Gastro, Sport, Events und Steuern: Diese Änderungen bringt der 1. Juli

Der heutige 1. Juli bringt den Österreichern eine Vielzahl an neuen Freiheiten und Steuersenkungen. So gibt es nun keine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht mehr für Kellnerinnen und Kellner in der Gastronomie. Die Sperrstunde für Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen fällt.

Für die Gäste in der Gastronomie wurde sie schon vor Wochen abgeschafft, ab heute gibt es fürs Personal keine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht mehr.
© HELMUT FOHRINGER

Von Alois Vahrner

Wien, Innsbruck – Nach mehreren Lockerungsschritten nach Ostern bringt der heutig­e 1. Juli eine weitere Welle an Änderungen. Im Detail sind das folgende:

😷 Für Gastronomie-Personal gibt es nun keine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht mehr

Die Maske ist nur noch eine Empfehlung. Die Maskenpflicht gilt jedoch weiterhin für alle in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Gesundheitsbereich inklusive Apotheken oder bei Dienstleistungen wie einer Massage oder im Friseur­salon, wo der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

🕔 Gastronomen dürfen künftig um 5 statt wie bisher um 6 Uhr aufsperren

Buffets mit Selbstbedienung werden wieder erlaubt. Die Sperrstunde bei Veranstaltungen (um 1 Uhr) mit bis zu 100 Personen fällt. Der Thekenausschank ist möglich, wodurch kleinere Lokale öffnen können. Für größere Clubs und die Nachtgastronomie liegt derzeit noch keine Lösung vor, diese wird möglicherweise noch diese Woche ausverhandelt. Wieder erlaubt ist ab heute die Prostitution. Jener Paragraf, der das Betreten von Bordellen und Laufhäusern untersagt hat, entfällt.

🚌 Ab sofort ist bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben die Vordertüre wieder für den Fahrgastwechsel freigegeben.

Auch die erste Sitzreihe in den Bussen steht für die Benutzung zur Verfügung. Die Fahrzeugtüren werden im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr sowie am Samstag von 9 bis 18 Uhr weiterhin vom Fahrpersonal geöffnet. Der Ticketverkauf in Bussen und Bahnen im Stadtverkehr bleibt eingestellt.

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🏀 Umfangreich gelockert wird ab heute auch der Sportbereich.

Kontakt- und Mannschaftssport sind jetzt sowohl im Innen- als auch im Außenbereich wieder erlaubt. Die Mindestabstandsregeln gelten bei der Sportausübung nicht mehr. Allerdings sind Anwesenheitslisten zu führen und Hygieneregeln zu beachten. Für Spitzensportler gilt eine Reihe von zusätzlichen Maßnahmen.

📅 Lockerungen gibt es für Sport- und Kulturveranstaltungen.

Ab sofort sind hier mit zugewiesenen Plätzen in geschlossenen Räumen bis zu 250 Besucher erlaubt, im Freien dürfen es bis zu 500 Personen sein. Im September soll die Obergrenze auf bis zu 10.000 Zuschauer im Freien und bis zu 5000 Besucher in geschlossenen Räumen steigen. Abstandsregeln gelten aber weiter. Bei jeder Veranstaltung mit mehr als 100 Personen ist ein Covid-19-Beauftragter zu bestellen und ein Präventionskonzept auszuarbeiten.

📉 Für Speisen und Getränke in der Gastronomie, Nächtigungen sowie Kunst und Kultur gilt ein reduzierter Steuersatz von 5 Prozent.

Der Staat hat dafür ein Volumen von 500 bis 700 Mio. Euro veranlagt. Freud­e über die Steuersenkung herrscht nicht nur im Tourismus, sondern auch in der Sektbranche. Die seit Langem bekämpfte Schaumwein­steuer, die ein Viertel des Absatzes gekostet habe, ist ab sofort Geschichte.

💶 Zur Bewältigung der Corona-Krise wurde auch ein „Konjunkturstärkungsgesetz“ auf den Weg gebracht.

Dieses sieht die Senkung des Eingangssteuersatzes von 25 auf 20 Prozent sowie Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen vor. Geringverdiener erhalten eine höhere Negativsteuer. Mit einer Reparatur sollen Verluste beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld vermieden werden, die ansonsten Arbeitnehmern in Kurzarbeit gedroht hätten. Der Spitzensteuersatz von 55 Prozent ab einer Million Eur­o Jahresbrutto wird bis 2025 verlängert. Bis 2021 verlängert werden die ursprünglich bis Herbst befristeten Steuerstundungen. Wer investiert, kann seine Steuerleistung weiter reduzieren, indem Abschreibungen ab 1. Juli erhöht werden.


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