Besuch im Höfe-Museum von Kramsach mit Blick fürs Detail

Unsere bäuerlichen Vorfahren waren recht einfallsreich, wenn es darum ging, schlaue Details für den Alltag zu finden, die nützten, schützten oder einfach nur schön waren. Ein Besuch im Kramsacher Höfe-Museum.

Funkenhut über der Kochstelle.
© Thomas Boehm / TT

Von Thomas Böhm

Ein Zusammenhang des Museums Tiroler Bauernhöfe in Kramsach mit einer modernen App (Application – eine mehr oder minder nützliche Anwendung für unseren Alltagsbegleiter Smartphone) scheint ziemlich weit hergeholt. Doch auch früher gab es schlaue Tüftler, die mit fundiertem, teils auch nur schlichtem Wissen eine Vielfalt an Detaillösungen entwickelten: Um den harten Alltag erträglicher, bequemer, sicherer zu machen, viele auch für das Seelenheil. Oder solche, die einfach nur cool waren. Vielfach unbeachtete Details, über die sich viel erzählen lässt, zeigt uns im „Höfemuseum“ dessen wissenschaftlicher Leiter, Thomas Bertagnolli.

Ein Palmbuschen für Wachstum und zum Schutz der Feldfrüchte vor Ungeziefer.
© Thomas Boehm / TT

Da brennt der Huat!

Eine einleuchtende Detaillösung, von der auch eine gängige Redewendung stammt, zeigt gleich das erste Beispiel: der Funkenhut über einer offenen Feuerstelle wie in der Küche des Gwiggenhofes: „Dieser metallene Hut schützte die Holzdecke vor der Hitze. Doch an ihm setzten sich auch aus dem Brennholz verdampfende Harze ab. Geriet diese Harzschicht einmal in Brand, war Alarmstufe Rot in der Küche“, erklärt Bertagnolli, „und von da kommt die Redewendung ‚Jetzt brennt der Hut!‘.“

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