Baugrund bleibt für Neue Heimat Tirol größtes Problem

Neue Heimat trotz Corona im Plan, Bauvolumen steigt. Baugrund oft nur als Baurecht – für Miete problematisch.

Die beiden Neue-Heimat-Geschäftsführer Hannes Gschwentner (r.) und Markus Pollo zogen eine erfreuliche Bilanz 2019.
© NHT/Forcher

Innsbruck – Das Corona-bedingt schwierige Frühjahr hat die Neue Heimat Tirol (NHT) nach eigenen Angaben gut überstanden. „Wir haben durch Corona nichts verloren“, sagte gestern Geschäftsführer Hannes Gschwentner im Rahmen eines Pressegesprächs. Die Bauwirtschaft konnte nach einem kurzen Corona-bedingten Stopp im Frühjahr ihre Bautätigkeit ja rasch fortführen. Wäre es für den Bau tatsächlich zum kompletten Stillstand gekommen, hätte die Neue Heimat rund 10 bis 14 Millionen Euro an Bauvolumen verloren und manches Projekt hätte auch abgesagt werden müssen.

Wie berichtet, will der gemeinnützige Bauträger NHT – er gehört dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck – in den kommenden beiden Jahren Projekte vorziehen und das reine Neubauvolumen 2020 und 2021 auf insgesamt 250 Mio. Euro erhöhen.

Im vergangenen Jahr lag da reine Neubauvolumen bei etwas mehr als 100 Mio. Euro, inklusive der Sanierungsinvestitionen kam die Neue Heimat auf 130 Mio. Euro – einen der höchsten Werte bisher, wurde betont. 512 Wohnungen wurden neu errichtet, 600 bestehende saniert. Insgesamt verwaltet die NHT 19.300 Wohnungen in 87 Gemeinden. Mit einer Netto-Kaltmiete von durchschnittlich 4,30 Euro je Quadratmeter lag die Neue Heimat um fast die Hälfte niedriger als die Kaltmiete, die der Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer 2019 für Tirol auswies (2019: 8,05 Euro). 2019 erwirtschaftete die Neue Heimat Tirol einen Jahresüberschuss von 21,2 Mio. Euro – fast alles davon floss in die Gewinnrücklagen.

Dauerproblem bleibe die Grundstücksbeschaffung. Immer mehr Grundstücke gebe es nur noch per Baurecht, entsprechend schlage sich auch der Baurechtzins auf die Miete nieder, sagt Geschäftsführer Markus Pollo. Richtig bemerkbar kann sich das im Laufe der Jahrzehnte machen, weil die Höhe des Baurechtzinses durch die Indexierung steigt.

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Zwar kann es laut Gschwentner sein, dass Grundpreise etwas sinken. Gleichzeitig fürchtet er aber, dass jetzt angesichts der Unsicherheit als Folge der Corona-Pandemie noch weniger Leute Grundstücke horten. (mas)


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