Vom Raubtier zum Fiffi: Eine Teetasse voll Hund

Zittert die Handtasche, kann das am vibrierenden Handy liegen. Vielleicht sitzt darin aber auch ein Teacup-Hund. Diese Rasse ist winzig – was zu Problemen führen kann.

Die winzigen Wuschel entlocken vielen hingerissenen Betrachtern ein „Oh, wie süß!“. Großen Knopfaugen und winzigen Füßchen sei Dank.
© iStockphoto

Von Judith Sam

Am Anfang war der Wolf. Ein majestätisches Tier, das dem Menschen durchaus zur Gefahr werden konnte. Darauf folgen gut 30.000 Jahre, in denen unsere Ahnen merkten, dass sich die Raubtiere vereinzelt zähmen lassen. Ja, sogar ihr Aussehen ließ sich ändern. So legten die Züchter teils viel Motivation und wenig Moral an den Tag – mit der Folge, dass einige Nachfahren des Wolfs kaum wiederzuerkennen sind. Die­ Teacup-Hunde z.B. reichen Isegrim gerade mal bis zum Knöchel. Im ausgewachsenen Zustand, versteht sich. Vom Raubtier zum Fiffi.

2000-Euro-Hunde

Zugegeben – die winzigen Wuschel entlocken vielen hingerissenen Betrachtern ein „Oh, wie süß!“. Großen Knopfaugen und winzigen Füßchen sei Dank. Doch zu welchem Preis? Eine Frage, mit der sich Katja Wolf, Pressesprecherin des Österreichischen Kynologenverbands, beschäftigt hat: „Stellen Sie sich vor, Sie haben in einer 100-Quadratmeter-Wohnung gelebt und müssen in ein winziges Ein-Zimmer-Appartement ziehen – samt all Ihren Möbeln! Die haben nur Platz, wenn man alles zusammenpfercht. Genauso ist es bei diesen Hunden. Irgendwann ist die Grenze gekommen, ab der sich Organe nicht kleiner züchten lassen, aber im winzigen Hundekörper Platz finden müssen.“

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