„Smart Meter“: Intelligente Stromzähler in Innsbruck im Testlauf

Die IKB bereiten den flächendeckenden Einbau digitaler Messgeräte vor. Das ermöglicht eine neue Form des Strommanagements.

IKB-Mitarbeiter haben bereits einige „Smart Meter“ eingebaut. Der Stromverbrauch kann damit genau analysiert und optimiert werden.
© IKB

Von Denise Daum

Innsbruck – Aus analog wird digital – was in vielen Lebensbereichen passiert, erreicht nun auch die Stromzähler. Anlass ist eine EU-Richtlinie, wonach praktisch alle Haushalte verpflichtend mit so genannten „Smart Metern“ ausgestattet werden müssen. Die digitalen Geräte messen den Stromverbrauch im 15-Minuten-Rhythmus und übermitteln diese Daten einmal pro Tag an den Netzbetreiber. „Der Smart Meter ist eine Schlüsseltechnologie zur Erreichung der Energieziele und eine Grundlage dafür, um Stromerzeugung und -verbrauch in Einklang zu bringen“, erklärt der IKB-Bereichsleiter Roland Tiwald.

Der Vorteil für die Kunden sei, dass sie detaillierte Informationen über ihren Stromverbrauch bekommen. Das ermöglicht, durch ein bewusstes und effizientes Einsetzen des Stroms Geld zu sparen. „Die Kunden können beispielsweise die Waschmaschine dann einschalten, wenn der Strom günstig ist“, sagt Tiwald. Auch Stromfresser können so identifiziert werden. Eine manuelle Strom­ablesung in den einzelnen Haushalten erübrigt sich ebenfalls.

In Innsbruck sind bereits erste Zähler zu Testzwecken eingebaut, großteils bei IKB-Mitarbeitern. Ende des Jahres soll die Testphas­e abgeschlossen sein und der flächendeckende Einbau starten. Betroffen sind rund 81.000 Kunden. Dabei wird gestaffelt nach Stadtteilen vorgegangen, als Erstes ist das Olympische Dorf an der Reihe. Bis 2024 soll die Umstellung vollzogen sein.

Der Großteil der Kunden stehe dem Wechsel neutral gegenüber, sagt Tiwald. Gerade energieaffine Haushalte, die Photovoltaik nutzen oder ein E-Auto haben, seien von der neuen Technologie sehr angetan und kommen aktiv auf die IKB mit einem Wunsch nach einem Zählerwechsel zu. Und dann gibt es natürlich auch Kunden, die den Smart Meter skeptisch sehen und Datenschutzbedenken anmelden. „Die Daten werden verschlüsselt an uns übermittelt. Wir geben natürlich auch keinerlei Informationen weiter“, betont Tiwald.

Nachdem der Einbau der neuen Geräte gesetzlich vorgeschrieben ist, können Kunden diese nicht ablehnen. Die Haushalte haben aber die Möglichkeit, die intelligenten Funktionen sperren zu lassen und lediglich einmal pro Monat bzw. Jahr abgelesen zu werden.


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