Fünf Tage auf dem Iseltrail: Pioniere am Puls des Gletscherflusses

Eine Familie aus Stams bricht auf, um in fünf Tagen zu Fuß den neuen Weitwanderweg Iseltrail in Osttirol zu erkunden. Ihr Reisetagebuch stellt sie dem TVB zur Verfügung, der die Route damit bewerben wird.

Impressionen vom Iseltrail.
© TVBO/Schickhofer

Lienz –Auf ihrem Weg von der Stadt Lienz bis zum Gletscher im Venedigermassiv bekommt eine Familie bald fünf Tage lang Gelegenheit, Ost­tirol und seine Menschen entlang der Isel kennen zu lernen. Der Tourismusverband und der Nationalpark Hohe Tauern kooperieren bei einer ungewöhnlichen Kampagne, die den neuen Weitwanderweg Iseltrail bewerben soll. „Genusswandern am letzten noch frei fließenden Gletscherfluss der Alpen“ verspricht der Online-Auftritt, der den Weg ausführlich beschreibt.

Fünf Mitglieder der Familie von Katharina und Simon Altmayer-Girardi brechen am 13. Juli zur Wanderung von der Einmündung der Isel in die Drau bis zum Ursprung des Gletscherflusses am Umbalkees auf. Begleitet werden sie von der Osttiroler Fotografin Ramona Walder.

Mit ihren Eltern Katharina und Simon Altmayer-Girardi wandern Sara (18), Leonardo (12) und Oskar (10) als Pioniere am Weitwanderweg Iseltrail. Nur Sohn Lorenzo (am Foto ganz rechts) kann die Familie berufsbedingt diesmal nicht begleiten.
© Privat

Die Zahl der Bewerbungen nach einem einzigen Presseaufruf in der Tiroler Tageszeitung hat sowohl die Marketingleiterin Victoria Ranacher-Lackner als auch den Obmann des TVB Osttirol, Franz Theurl, überrascht. Dutzende Familien aus dem In- und Ausland hätten sich gemeldet. „Wir haben uns die Auswahl nicht leicht gemacht“, erklärt Ranacher-Lackner. Die offiziellen „Pioniere“ auf dieser 76 Kilometer langen Wanderung reisen aus Stams an. „Für dieses Vorhaben sind die Altmayer-Girardis perfekt geeignet“, ist man bei den Veranstaltern überzeugt.

Vater Simon ist Italiener, 46 Jahre alt, Sportwissenschafter und ehemaliger Paragleiter. Seine Frau Katharina ist 45 Jahre alt, Jugendarbeiterin und Gartenliebhaberin. Die 18-jährige Biologie-Studentin Sara und ihre Brüder Leonard­o (12) und Oskar (10) werden den Trail ebenfalls mit den Eltern absolvieren. Der 16-jährige Lorenzo kann nicht mitkommen, weil er einen Ferialjob hat, dafür wird auch die Labradorhündin der Familie an der Isel auf Schritt und Tritt dabei sein. Hintergrund der Aktion ist eine Kommunikationsoffensive für den Iseltrail, die bewusst auf größtmögliche Authentizität setzt.

Impressionen vom Iseltrail.
© TVBO/Schickhofer

„Wir schicken keine Models in die Berge und an den Fluss, sondern eine echte Familie, die wir mit der Kamera begleiten. So werden glaubwürdige Bilder entstehen und auch ein Wandertagebuch, das diesen Trail aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder beschreibt“, erläutert die Marketingleiterin des TVB. Die Anzahl der Rückmeldungen lasse bereits erahnen, wie attraktiv dieser Trail sei, meint Theurl. „Aus allen Einsendungen haben wir zunächst die besten 50, dann die besten zehn und schließlich die besten drei ausgesiebt, zwei deutsche Familien und die Altmayer-Girardis aus Nordtirol. Sie haben schließlich das Rennen gemacht und sind nicht nur eine tolle Familie, sondern haben vor allem schon Anfang Juli Zeit, was für unsere Planung wichtig ist.“

Das Wandertagebuch der Altmayer-Girardis wird bei künftigen Iseltrail-Kampagnen des Tourismusverbandes eine zentrale Rolle spielen. Alle Besucher würden auf ihrem Weg bis zum Gletscher nicht nur spektakuläre Naturschauplätze kennen lernen, sondern auch die Kultur und das Leben der Menschen am Fluss, heißt es. Der Iseltrail geht als eine durchgehend markierte Wanderroute mit zahlreichen Blickpunkten an den Start. Die Route führt überwiegend über bestehende Wege. Bauliche Maßnahmen erfolgen behutsam, um die Natur zu schonen. Mit einer Gesamtlänge von 74,19 Kilometern und insgesamt 2169 Höhenmetern bergauf gliedert sich der Weg in zwölf Teilstücke. (TT, bcp)


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