Stellenabbau bei Swarovski: Weitere Stiftung ist in Arbeit

LH Platter (VP): Abbau von bis zu 2000 Stellen „wurde mir so nicht kommuniziert“.

Für LH Platter ist der Swarovski-Hauptstandort gesichert.
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Wattens – Die Industrie habe es nicht leicht, attestierte gestern Landeshauptmann Günther Platter (VP) im Rahmen der Fragestunde im Landtag. Jedoch sei die Auftragslage in einigen Bereichen doch wieder im Ansteigen. Was einen der größten Leitbetriebe des Landes, den Kristallkonzern Swarovski, betrifft, verwies Platter auf mehrere Gespräche mit der Konzernführung. Er sei nach wie vor überzeugt, dass Swarovski – unabhängig von den jüngsten Meldungen hinsichtlich massivster Stellenabbaupläne – eine „unglaubliche Strahlkraft für den Wirtschaftsstandort Tirol“ habe: „Wir sollten froh sein, solch einen Betrieb im Lande zu haben.“ Das, was für Platter allen voran zähle, sei die Zusicherung der Unternehmensleitung, dass „der Hauptstandort in Wattens erhalten bleiben wird“. Die kolportierte Reduktion des Mitarbeiterstandes von bis zu 2000 Stellen sei jedenfalls „mir so nicht kommuniziert worden“. Ungeachtet dessen werde das Land dafür sorgen, dass man die Betroffenen „auffangen“ werde.

Hierzu verwies die für Arbeitnehmeragenden zuständige Landesrätin Beate Palfrader (VP) auf einen neue Arbeitsstiftung, welche noch im August zu der bestehenden Unternehmensstiftung hinzukommen solle: „Dafür braucht es aber noch die Mittelzusagen von AMS und Bund.“ Das Land werde sich dann mit rund 200.000 Euro daran beteiligen.

Wie berichtet, hatte Swarovski heuer bereits vor der Corona-Pandemie einen massiven Jobabbau angekündigt. Arbeiter-Betriebsratschefs Ernst Daberto befürchtete unlängst, dass der Kahlschlag größer ausfallen könnte als damals befürchtet. Er ging davon aus, dass mittelfristig – also in zwei bis drei Jahren – am Standort Wattens 1500 bis 2000 Stellen wegfallen werden. Anfang März war er von 1000 Jobs ausgegangen, die mittelfristig wegfallen. Der Konzern will im Herbst konkrete Zahlen zum Abbau nennen. (mami, mas)

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