Hochwasser in Pettnau und Mösern: Millionen für Schutzprojekt

Hochwasserschutz für Pettnau und Mösern ist auf Schiene. Herzstück des ersten Projektteils ist ein rund 15.000 Kubikmeter fassendes Retentionsbecken.

Der Telfer Bauamtsleiter Andreas Kluibenschedl erklärte den Gemeinderäten das Hochwasserschutzprojekt Mösern/Pettnau.
© MG Telfs/Dietrich

Von Michael Domanig

Telfs, Pettnau – Seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten kämpft Pettnau als „Unterlieger“ mit Hochwasserereignissen durch Bäche, die vom Telfer Weiler Mösern ins Tal fließen. Auch in Mösern selbst gibt es immer wieder Schwierigkeiten, weil Oberflächenwässer dort aufgrund der starken Versiegelung nicht ausreichend versickern können. Beide Probleme sollen bald Geschichte sein: Denn nach jahrelangen Vorarbeiten wird nun ein millionenschweres Hochwasserschutzprojekt auf den Weg gebracht.

Teil eins des aufwändigen Gesamtvorhabens sind die eigentlichen Hochwasserschutzmaßnahmen: Herzstück ist ein großes Rückhaltebecken mit ca. 15.000 m³ Retentionsvolumen, das südlich der Filialkirche Mösern errichtet wird. Dieses kann das Wasser kontrolliert abgeben bzw. bei Starkregen die kurzfristig anfallenden Wassermassen aufnehmen. Federführend in der Umsetzung ist die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV), die heuer mit Vorarbeiten beginnt – die Hauptarbeiten folgen dann 2021/22.

Die Kostenschätzung für die Schutzmaßnahmen liegt bei ca. 2,7 Mio. Euro brutto (50 % Bund, 15 % Land, 20 % Gemeinde Pettnau, 10 % Telfs, 5 % Landesstraßenverwaltung). Dazu kommen Grund- und Dienstbarkeitsablösen durch die Marktgemeinde Telfs um ca. 200.000 Euro – die Optionen wurden nun auf Beschluss des Telfer Gemeinderates gezogen.

Bürgermeister Martin Schwaninger aus Pettnau hat sich stark für das Schutzprojekt – für das im Ort schon Vorarbeiten begonnen haben – eingesetzt: Probleme bereite derzeit vor allem der Möserer Bach, eigentlich „ein unscheinbares Bachl“, das aber bei Gewittern binnen einer halben Stunde massiv anschwillt und enorm viel Material mitführt.

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Mit dem neuen Retentionsbecken kann der Bach künftig kommen, wie er will.
Martin Schwaninger (Bürgermeister Pettnau)

Die Folge: Straßen und Häuser in Pettnau „schwammen“ regelmäßig. In den letzten Jahren sei es „immer schlimmer geworden“, sagt Schwaninger. Der Hochwasserschutz mit Retentionsbecken biete nun eine dauerhafte Lösung, freut sich der Pettnauer Ortschef: „Dann kann der Bach kommen, wie er will.“

Teil zwei des Großvorhabens ist ein Siedlungswasserbauprojekt, das von der Gemeinde Telfs – durch die Gemeindewerke – umgesetzt wird: Für Mösern wird ein Hochwasserentlastungskanal errichtet bzw. erneuert, der die Oberflächenwässer nach Telfs ableitet. Ebenso wird das bestehende Kanalsystem in Mösern und Bairbach saniert. Für Mösern ist das Ganze ein enorm wichtiger Schritt, wie BM Christian Härting betont: „Wenn wir nichts tun, wäre in Mösern keine Siedlungserweiterung mehr möglich“ – weil die WLV wegen Versiegelung und der Hochwassergefahr in Pettnau weiterhin stets negative Stellungnahmen abgeben müsste.

Dieser Teil des Projekts kostet ca. 8 Mio. Euro, die Finanzierung ist noch nicht endgültig geklärt. Härting rechnet mit einer Bauzeit von sieben bis zehn Jahren (Beginn: Frühjahr 2021).


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