„Ride back to Freedom“: Tiroler Regisseur dreht Corona-Doku in Italien

Regisseur Hermann Weiskopf vor der Kathedrale in Assisi. Der Weg führt bis Sizilien.
© Freinademetz

Innsbruck – Die Idee, eine Dokumentation über das arg gebeutelte Italien in Corona-Zeiten zu drehen, ist naheliegend. Doch bisher kam noch niemand auf die Idee. Den Tiroler Regisseur Hermann Weiskopf haben seine Liebe zu Italien und der Film „Easy Rider“, den er in der Quarantäne ansah, zu einem besonderen Filmprojekt inspiriert. Auf einer Vespa reist er einen Monat lang quer durch Italien. Nur in Begleitung des Kameramannes Bernhard Freina­demetz, der mit einem durch Erdgas betriebenen Fiat Panda unterwegs ist. „Wir sind begeistert davon, wie uns die Menschen begegnen, sie wollen uns von diesem historischen Moment erzählen und lassen uns tief in ihre Seelen blicken.

Der Film – es ist ein 80- bis 90-Minüter geplant, soll zu 50 Prozent aus spontanen Begegnungen bestehen, zu 50 Prozent aus Gesprächen, die vorab vereinbart wurden. „Bis nach Sizilien wird der Road Trip führen. Die TT erreicht den Regisseur in den Abruzzen, er hat schon 2200 Kilometer auf der Vespa heruntergespult. „Ride back to Freedom“ (Fahrt zurück in die Freiheit) wird die Dokumentation heißen, die, sofern Weißkopfs Träume wahr werden, beim Filmfestival in Venedig Premiere feiern soll.

Strandleben in Riccione, das Meer war klar wie nie.
© Berhard Freinademetz

Die Strände an der Adria haben die beiden Straßencowboys schon hinter sich gebracht. Meldungen in österreichischen Zeitungen, wonach in unserem Nachbarland wieder die Unbeschwertheit eingezogen wäre, kann der Regisseur nicht bestätigen: „Es gibt überwiegend einen großen Respekt vor der Pandemie. Anders wie bei uns verbinden sehr viele Menschen damit ein persönliches Schicksal.“ Die Hygieneregeln würden meist streng eingehalten. Weiskopf hat sein Projekt Mitte Juni gestartet und stellt fest, dass der Tourismus im Nachbarland erst langsam wieder anläuft. Berührende, aber auch witzige Begebenheiten habe es viele gegeben, verrät er. So meinte die Barfrau am Brenner, sie habe ihn schon lange nicht mehr gesehen, und dann kumpelhaft: „Dick bist du geworden.“ In einem anderen Café packte die Kellnerin den Meterstab aus. Nachdem der Abstand passte, wurde auf die Maske verzichtet.

Die außergewöhnliche Fahrt fand in Italien medial viel Beachtung. „Die RAI brachte einen schönen Beitrag und demnächst erscheint ein zweiseitiger Reisebericht in der Repubb­lica.“ Wer weiß, vielleicht schafft es der Tiroler Regisseur auch noch in die Gazzetta dello Sport: Eine Herausforderung für das Sitzfleisch ist der Trip allemal. (pla)


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