styriarte begann österreichweit als erstes Festival

In der Grazer Helmut List-Halle hat am Mittwoch mit der styriarte das erste Kultur-Festival in Österreich nach dem coronabedingten Stillstand begonnen. Wenn die „Geschenke der Nacht“ auch deutlich kleiner ausgefallen sind als geplant, konnten zumindest ein paar Ausschnitte aus der abgesagten Fux-Oper die 250 Zuschauerinnen und Zuschauer erfreuen.

Welche Bedeutung dieser Eröffnung zukam, zeigte sich am Politikeraufgebot: Bundespräsident Alexander Van der Bellen war ebenso erschienen wie Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler (Grüne), Landeshaupthauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP) und Kulturstadtrat Günter Riegler (ÖVP). Alle würdigten das Ereignis, das zeigte, dass das Kulturleben langsam wieder Fahrt aufnimmt.

Die Zeit des Stillstands scheine uns heute fast nur noch „wie ein ferner Albtraum“, meinte Intendant Mathis Huber. „Wenn etwas Gutes am Lockdown war, dann die Erkenntnis, wie wichtig Kultur ist“, betonte Kogler. „Kunst und Kultur sind wirtschaftlich und ökonomisch von großer Bedeutung, aber damit möchte ich Kultur nicht begründen müssen. Kunst ist einfach wichtig, weil es Kunst ist“, formulierte es der Bundespräsident.

Umrahmt wurden die Reden von der Komposition „Die Musen des Parnass“, ein Kompositions-Schnellschuss - wie Huber selbst erzählte - von Flora Geißelbrecht mit einem mehr oder weniger launigen Text von Thomas Höft. Die sechs Sängerinnen gaben ihr Bestes und Schrillstes, um optisch und musikalisch einen kräftigen Akzent anlässlich der Wiederbelebung der Kulturszene zu setzen. Dazwischen spielten auch noch das Quartett Spafudla gekonnt Musik zwischen alpenländisch, Barock und Fernöstlichem.

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Was von der großen Oper „Gli Ossequi della Notte“ von Johann Joseph Fux, die aufwendig und mit viel Tanz geplant war, übrig geblieben war, zeigte dann Alfredo Bernardini mit dem Festivalorchester. Die Musiker brachten unter der gewohnt präzisen und feinfühligen Leitung des Spezialisten für Alte Musik die vielschichtige Komposition ausdrucksstark zu Gehör. Als „Nacht“ sang Maria Ladurner mit feinem Sopran, während Tenor Valerio Contaldo weich und geschmeidig als „Schlaf“ überzeugte. Zwischen den Fux-Ausschnitten war auch ein Konzert von Antonio Vivaldi eingebettet, das die Unterschiede zwischen den beiden Komponisten deutlich machte und für ein humorvolles Zwischenspiel sorgte. Ganz nebenbei konnte auch noch Marcello Gatti sein Können an der Traversflöte zeigen. Ein Abend, der alles in allem kein Ersatz, sonder ein stimmiger Auftakt war.


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