Rapid kürte sich mit 3:1 gegen LASK zum Vizemeister

In der vorletzten Runde der Meistergruppe in der Fußball-Bundesliga hat sich Rapid den Vizemeistertitel gesichert. Bei teils strömendem Regen setzten sich die Hütteldorfer gegen den LASK mit 3:1 durch. Keine Blöße gab sich Meister Salzburg. Die Bullen besiegten Sturm Graz 5:2. Das Match Hartberg gegen den WAC musste wegen eines Unwetters auf Donnerstagabend verschoben werden.

Rapid schien den Schub vom späten 3:2-Erfolg bei Sturm Graz gut mitgenommen zu haben. Zwar köpfelte LASK-Kapitän Gernot Trauner in der 2. Minute nur knapp übers Tor, in Führung gingen aber die Hausherren: Durch ein Eigentor von Andres Andrade, der eine Flanke des nach einer Sperre zurückgekehrten Fountas unglücklich ins eigene Tor lenkte. Doch Grün-Weiß konnte und wollte wohl auch nicht nachsetzen. Der LASK erstarkte, kam mehrmals vor den Rapid-Sechzehner und jubelte in der 16. Minute über den Ausgleich durch Samuel Tetteh - dem die Anerkennung allerdings wegen Abseits verweht blieb.

An der Seitenlinie duellierten einander die beiden Coaches Dietmar Kühbauer und Valerien Ismael verbal, auch am Feld ging es durchaus engagiert zur Sache - wobei eine gewisse Chancenarmut zu konstatieren war. Rapid brauchte nach dem Tor fast 20 Minuten, um wieder gefährlich in den gegnerischen Strafraum zu kommen, der LASK dominierte und hatte in einer Art Powerplay-Phase durch Andrade und Philipp Wiesinger auch zwei gute Möglichkeiten, doch Goalie Tobias Knoflach parierte zweimal (35.).

Anstatt das 1:1 zu machen, kassierte der LASK kurz vor der Pause noch das zweite Gegentor: Dejan Petrovic luchste James Holland an der Mittellinie den Ball mit hohem Einsatz ab und bediente per langem Pass Taxiarchis Fountas, der nach einem Haken einen gefühlvollen Flachschuss ins lange Eck setzte.

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Nach Wiederanpfiff dominierte vor allem ein heftiger Wolkenbruch, Rapid hatte das Geschehen unter Kontrolle. Ercan Kara vergab zwei gute Möglichkeiten auf die Vorentscheidung, einmal rettete LASK Goalie Alexander Schlager (63.), dann die Stange (70.). Umso überraschender fiel der - leicht abgefälschte - Anschlusstreffer durch Joao Klauss, der sich mit einem „Gewalt“-Solo von der Mittelinie bis in den Sechzehner getankt hatte.

Rapid geriet prompt wieder unter Druck und hatte auch Glück, dass ein weiterer Klauss-Treffer wegen eines angeblichen Fouls im Strafraum aberkannt wurde (74.). Die Gäste drängten im Finish noch auf den Ausgleich, ohne dabei aber echte Chancen zu haben. Der eingewechselte Christoph Knasmüllner nützte schließlich in der Nachspielzeit den nun größeren Platz und schloss einen Konter perfekt ab.

Während Rapid erstmals seit der Saison 2015/16 auf Platz zwei steht und sich damit auch ein Ticket für die Champions-League-Qualifikation erspielt hat, muss der LASK, der den Grunddurchgang als Tabellenführer beendet hatte, nun sogar um Platz drei bangen. Da Verfolger WAC wegen Regens erst am Donnerstag (18.00 Uhr) in Hartberg antreten kann, liegen die „Athletiker“ aber noch zwei Punkte vor den Kärntnern. Rang drei würde einen Fixplatz in der Europa-League-Gruppenphase bringen.

Meisterlich präsentierte sich Salzburg in seinem ersten Spiel als frischgebackener Fußball-Meister. Die „Bullen“ gewannen im eigenen Stadion gegen Sturm Graz mit 5:2 (1:0), die Treffer erzielten Karim Adeyemi (22.), Jerome Onguene (53.), Dominik Szoboszlai (73.), Sekou Koita (85.) und Mergin Berisha (88.) beziehungsweise Otar Kiteishvili (79.) und Juan Dominguez (87.).

Damit steht schon vor der letzten Bundesliga-Runde fest, dass Sturm Graz die Meistergruppe auf dem sechsten und letzten Platz abschließt und der TSV Hartberg im Play-off um eine Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation gegen die Austria oder SCR Altach antritt.

Um die Chance auf ein internationales Ticket am Leben zu halten, hätten die Steirer gewinnen müssen. Davon war die Truppe von Interimscoach Thomas Hösele aber weit entfernt. Die im Vergleich zum Hartberg-Match am Sonntag an acht Positionen veränderten Salzburger diktierten die Partie von Beginn an und versuchten stets, Patson Daka im Kampf um die Torjäger-Krone in Position zu bringen.

Der drei Treffer hinter WAC-Goalgetter Shon Weissman liegende Sambier scheiterte in der neunten Minute an Sturm-Goalie Jörg Siebehandl und setzte den abspringen Ball an die Stange. In der 18. Minute schoss Daka aus guter Position daneben, in der 45. Minute wurde sein Volley von Siebenhandl pariert.

Davor war Daka immerhin als Assistgeber in Erscheinung getreten. Seinen Querpass in der 22. Minute musste Adeyemi nur noch ins leere Tor befördern. Es war das erste Bundesliga-Tor für den 18-jährigen DFB-Nachwuchsteamspieler. Sturm wurde vor der Pause nur bei einem Schuss von Kiril Despodow halbwegs gefährlich.

Auch in der zweiten Hälfte hielten die Salzburger zunächst das Tempo hoch und wurden dafür in der 53. Minute belohnt. Rasmus Kristensens abgefälschter Torschuss wurde zu einer idealen Vorlage für Onguene, der auf 2:0 stellte. Danach ließen es die Hausherren ruhiger angehen und Sturm konnte den einen oder anderen Entlastungsangriff starten - so etwa in der 63. Minute, als Jakob Jantscher die Außenstange traf.

Mit dem kurzen Aufflackern war es aber in der 72. Minute vorbei. Ivan Ljubic sah nach einem Handspiel knapp außerhalb des Sechzehners Gelb-Rot, den darauffolgenden Freistoß versenkte Szoboszlai in sehenswerter Manier.

Es folgte ein Finish mit nachlässigen Abwehrreihen, was zu Toren von Koita (85.) und Berisha (88.) sowie auf der Gegenseite Kiteishvili (79.) und Dominguez (87.) führte. An der neunten Sturm-Niederlage aus den jüngsten zehn Matches gab es jedoch nichts mehr zu rütteln.

Im Gegensatz dazu steht Salzburgs Bilanz aus den vergangenen zwölf Bewerbspartien bei zehn Siegen und zwei Unentschieden. Dieser Erfolgslauf bescherte den Salzburgern neuerlich den Meisterteller, der vor den Augen von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz im Anschluss an das Spiel übergeben wurde.


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