Richter hebt Verbot von Enthüllungsbuch von Trump-Nichte auf

Ein US-Berufungsrichter hat das Erscheinungsverbot für ein Enthüllungsbuch der Nichte von US-Präsident Donald Trump vorläufig aufgehoben. Dies geht aus am Mittwoch veröffentlichten Gerichtsdokumenten hervor. Ob das Buch erscheinen kann, ist aber weiterhin unklar, der Gerichtsstreit ist noch nicht beendet. In dem Buch beschreibt Mary Trump den US-Präsidenten als „den gefährlichsten Mann der Welt“.

Die Entscheidung des New Yorker Berufungsrichters Alan Scheinkman stellte nur einen weiteren Zwischenschritt in der juristischen Auseinandersetzung um das Buch dar. Scheinkman erlaubte damit dem Verlag Simon & Schuster, bei seinen Vorbereitungen für die Publikation des Buchs weiterzumachen, die für Ende Juli geplant ist. Ob die Veröffentlichung letztlich erlaubt wird, ist noch offen.

Denn die zentrale Frage, ob Mary Trump gegen eine Schweigevereinbarung mit ihrer Milliardärs-Familie verstößt, klammerte Scheinkman vorerst aus. Er stellte lediglich fest, dass diese Vereinbarung für Simon & Schuster nicht gelte. Zudem liegt gegen das Buch nach Angaben von Mary Trumps Anwalt Ted Boutrous noch eine zweite einstweilige Verfügung vor, die er ebenfalls anfechte.

Gegen das Buch geht der Bruder des Präsidenten, Robert S. Trump, vor. Er wirft seiner Nichte vor, gegen eine frühere Schweigevereinbarung über das Erbe des Familienpatriarchen Fred Trump - des Vaters von Robert und Donald Trump - zu verstoßen.

Die Psychologin Mary Trump ist die Tochter von Präsident Trumps verstorbenem Bruder Fred Trump Jr. In ihrem Buch zeichnet sie nach Angaben von Simon & Schuster ein verheerendes Bild ihrer Verwandtschaft. Laut der Verlagsankündigung wirft das Werk ein „helles Schlaglicht auf die dunkle Geschichte der Familie“. Mary Trump erkläre, wie Donald Trump zu dem Mann geworden sei, „der jetzt die weltweite Gesundheit, wirtschaftliche Sicherheit und den sozialen Zusammenhalt gefährdet“.

In den vergangenen Jahren haben immer wieder Enthüllungsbücher über Trump viel Wirbel ausgelöst. Zuletzt sorgte ein Werk von Trumps früherem Sicherheitsberater John Bolton für Negativ-Schlagzeilen über den Präsidenten. Bolton erhebt darin unter anderem den Vorwurf, dass sich Trump um chinesische Hilfe für die Präsidentenwahl im kommenden November bemüht habe. Die US-Regierung hatte vergeblich versucht, das Erscheinen des Buches zu verhindern.


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