Kritik von Arbeitnehmer-Vertretern an Jobabbau bei Swarovski

Kräftige Stellenkürzungen hat der Wattener Kristallkonzern angekündigt, heftige Kritik kommt von Arbeitnehmer-Vertretern.

Am Standort Wattens sind 4800 Mitarbeiter beschäftigt.
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Wattens – Im Herbst will der Kristallkonzern Swarovski mitteilen, wie viele Stellen am Standort Wattens verloren gehen. Fürs Erste kündigte der Kristallkonzern an, in Wattens 200 Stellen zu streichen, weltweit 600. Arbeiter-Betriebsratschef Daberto geht von bis zu 2000 Stellen aus, die in zwei bis drei Jahren in Wattens wegfallen könnten. LH Günther Platter und Landesrätin Beate Palfrader (beide ÖVP) kündigten unlängst an, zur bestehenden Unternehmensstiftung eine weitere Arbeitsstiftung gründen zu wollen, an der sich das Land Tirol mit 200.000 Euro beteiligen will. Platter verwies auf mehrere Gespräche mit der Konzernführung, wonach der Hauptstandort in Wattens erhalten bleiben wird. Ein Abbau von bis zu 2000 Stellen sei ihm vom Konzern „so nicht kommuniziert“ worden.

Heftige Kritik am drohenden Mitarbeiter-Kahlschlag kam gestern von der Tiroler Arbeiterkammer und der Gewerkschaft. „Wir freuen uns über die Sicherung des Standorts, aber jetzt geht es um die Sicherung von Tausenden Arbeitsplätzen“, sagt Robert Koschin, Landesgeschäftsführer der Produktionsgewerkschaft PRO-GE. Er vermutet, dass die Ankündigung einer zusätzlichen Arbeitsstiftung bedeute, dass das Land sehr wohl eine massive Kündigungswelle erwarte. ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth wirft dem Konzern „unmoralisches Vorgehen“ vor: „Auf der einen Seite Kurzarbeitsgelder kassieren und sich auf Kosten von Steuergeldern sanieren und dann Leute massenhaft kündigen und in ein Billiglohnland auswandern. Damit schafft man erst Hoffnung auf Arbeitsplatzsicherung und enttäuscht sie kurz darauf umso mehr.“

Dass die Kündigungen in Wattens nicht nur den Wirtschaftsstandort hart treffen, betont die Tiroler Arbeiterkammer. „Es geht um Arbeitnehmer mit ihren Familien und um menschliche Schicksale“, betont AK-Präsident Erwin Zangerl. Er kritisiert, dass „Beschäftigte abgebaut werden, damit die jährliche Dividende stimmt“. Auch er verweist auf die „Unvereinbarkeit von Kurzarbeit, Staatshilfe und Kündigungen bei Swarovski“. Tirols AK-Chef fordert von der Standortagentur eine aktive Betriebsansiedlungspolitik. „Bisher habe ich keine innovativen Pläne gehört, wie den Menschen in der Region geholfen werden soll.“ (TT)


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