Corona-Krise trifft Nepal hart: „Ein ganzes Dorf vor dem Tod retten“

Nepal wurde von der Corona-Krise besonders hart getroffen. Der Prutzer Künstler Frizzey Greif hat eine Hilfsaktion gestartet. 20 Euro sichern einer fünfköpfigen Familie das Überleben für einen Monat.

Helfer von Frizzey Light verteilen Nahrungspakete an die Schwerstbetroffenen der Corona-Pandemie in Nepal.
© Frizzey Light Verein

Von Matthias Reichle

Prutz, Kathmandu – Seit Jahren engangiert er sich in Nepal, baute Schulen, verteilte Hilfspakete und sorgte für wichtige Infrastruktur, doch noch nie war seine Hilfe so dringend. Der Prutzer Künstler Frizzey Greif schildert dramatische Zustände, die derzeit im Himalayastaat herrschen. „Es geht ums nackte Überleben“, betont der Hilfsaktivist und Nepalkenner. Die arme Bevölkerung dort wurde von der Pandemie besonders hart getroffen. „Menschen bringen sich um, weil sie ihre Kinder nicht mehr ernähren können“, erklärt er – laut seinem Helfer vor Ort, Tshering Lama Sherpa, sei die Zahl der Suizide in wenigen Wochen auf über 2100 gestiegen.

Der Verein „Frizzey Light“ hat inzwischen eine Soforthilfeaktion gestartet. „In kürzester Zeit sind 7000 Euro zusammengekommen“, ist Frizzey Greif begeistert über die Spendenbereitschaft „herzgebildeter Tiroler“. „Wenn die Nächsten­liebe so weitergeht, können wir eine Zahl von Unschuldigen, Hilflosen vor dem Suizid und dem Hungertod retten, die größer ist als die der Einwohner meiner Tiroler Gemeinde Prutz.“ Doch man brauche dringend weiteres Geld. „Mit 20 Euro können wir eine fünfköpfige Familie einen ganzen Monat am Leben erhalten“, so Greif.

25 Kilo Reis, je ein Kilo Linsen und Erbsen, ein Paket Soja, ein Paket Salz, ein Liter Kochöl, drei Stück Seife, ein Paket Damenbinden – es ist wenig, doch bewahrt es viele derzeit vor dem Verhungern. Helfer vor Ort haben die Pakete geschnürt und verteilen sie an verschiedenen Plätzen an Schwerstbetroffene.

Besonderen Wert lege man auf Transparenz, so Greif – damit die Hilfsgüter gerecht verteilt werden, aber auch den Spendern gegenüber will man zeigen, dass das Geld auch ankommt. „Jeder Euro ist nachvollziehbar“, man könne für alles Rechnungen vorlegen.

Laut Greif ist die Situation in Nepal derzeit dramatischer als nach dem großen Erdbeben 2015. „Die Menschen leben vom Tourismus, jetzt haben sie nichts mehr“, betont er. Kein gutes Haar lässt er an der Regierung in Nepal, sie habe die Bevölkerung im Stich gelassen.

Spenden kann man für die Corona-Soforthilfe, Raiffeisenbank Oberland, IBAN: AT75 3635 9000 0102 8224. Infos zum Verein und zur Aktion unter www.frizzey-light.org


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