Tourismus und die Pandemie: Hörl will schnell und viele testen

Vom Skilehrer bis zum Barkeeper sollen möglichst alle Mitarbeiter getestet werden. Ärger über Quarantäne-Bestimmungen.

Alle, die Kontakt mit dem Gast haben, sollen möglichst regelmäßig getestet werden, befindet Seilbahnsprecher und Hotelier Franz Hörl.
© Parigger

Von Anita Heubacher

Innsbruck – Eigentlich könnten sich bereits alle Mitarbeiter im Tourismus, die mit Gästen Kontakt haben, freiwillig auf Corona testen lassen. Wöchentlich rechnet Tourismusministerin Elisabeth Köstinger mit 65.000 Tests österreichweit. 150 Millionen Euro will der Bund dafür ausgeben. Startschuss war der 1. Juli.

Wie berichtet, ist in Tirol noch völlig unklar, wie das Konzept genau aussehen soll. Wer wird wann wo getestet und vor allem wie viele Mitarbeiter werden das sein?

LH Günther Platter, ÖVP, verwies am Dienstag auf Absprachen mit dem Bund. Details lagen auch gestern keine auf dem Tisch. Vorerst wird mit 20.000 Mitarbeitern gerechnet, die sich testen lassen sollen oder wollen. Die Zahl kommt von den Tourismusverbänden.

„Kontaktpersonen, die negativ sind, müssen trotzdem in Quarantäne. Das muss sich ändern", sagt Franz Hörl, ÖVP
 (Hotelier, Nationalrat).
© Thomas Böhm

An und für sich „begeistert“ ist Seilbahnsprecher, Hotelier und Nationalrat Franz Hörl von der Test-Idee. Allerdings geht ihm die Umsetzung etwas zu langsam. Daher ist Hörl unter der Flagge der Wirtschaftskammer auf den Plan getreten. Gesucht und zum Teil bereits gefunden sind Labors, die die Tests und die Prozessschritte koordinieren. Der Abstrich wird demnach im Labor genommen oder in einer Teststraße. Wo solche hinkommen, ist noch offen.

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Hörl jedenfalls will, dass sich möglichst viele, vom Skilehrer über den Barkeeper bis zum Pistenraupenfahrer, „möglichst regelmäßig“ testen lassen können. Der Seilbahnsprecher denkt dabei bereits an die kommende Wintersaison. Die Abwicklung von Tausenden Tests pro Woche dürfte schwierig werden. Die Testkapazität in Tirol gibt das Land derzeit mit 3000 täglich an. Das Rote Kreuz, das die Abstriche macht und die Proben ins Labor bringt, meldete Zweifel an der Machbarkeit an und forderte mehr Personal.

Hörl will auf die Tube drücken. Ihm dauert es zu lange, bis die Testergebnisse vorliegen. „Das darf nicht Tage, sondern nur Stunden dauern.“ Und noch etwas gelte es zu ändern: Nach einem positiv gemeldeten Fall werden die Kontaktpersonen überprüft. „Selbst wenn die negativ getestet werden, müssen sie in Quarantäne.“ Das würde betroffene Betriebe zu lange lähmen, kritisiert Hörl. Gefordert sei hier der grüne Gesundheitsminister Rudolf Anschober. „Es reicht, wenn eine Kontaktperson mit negativem Ergebnis noch einmal getestet wird, die Quarantäne ist überflüssig.“ Eine solche Regelung gebe es in Spitälern und Altenheimen.

Wie viele Unternehmer sich und ihre Mitarbeiter zum regelmäßigen Testen melden, ist noch offen. Die Nachfrage in den Testregionen, darunter die Region Wilder Kaiser, war jedenfalls nicht nur unter Hoteliers groß.


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