Projekt der Tirol Werbung von Wirecard-Skandal betroffen

Wirecard Bank wickelt Zahlungen chinesischer Touristen ab, die via Alipay und WiChat Pay zahlen.
© dpa

Von Max Strozzi

Wien – Von den massiven Turbulenzen um den Zahlungsdienstleister Wirecard ist auch die vor einem Jahr gestartete „China-Pay-Initiative“ der Tirol Werbung betroffen. Im Februar 2019 hatten Wirecard und die Tirol Werbung bekannt gegeben, gemeinsam mit Innsbruck Tourismus, Kitzbühel Tourismus, dem TVB Kufsteinerland, Ötztal Tourismus, dem TVB St. Anton und den Swarovski Kristallwelten eine neue China-Pay-Initiative zu starten. Ziel war es, Bezahllösungen von Wirecard flächendeckend in Tiroler Unternehmen einzuführen, damit chinesische Urlauber unkompliziert zahlen können. Wirecard wickelt Zahlungen für die Onlinebezahlsysteme Alipay und WiChat Pay ab – die bei asiatischen Touristen beliebtesten Zahlungsformen. Zum Projektstart wurden damals 150 Tiroler Firmen mit der Wirecard-Lösung ausgestattet.

Was wird nun aus diesem Projekt? „Wir sind derzeit mit Wirecard in Verbindung“, sagt Holger Gassler von der Tirol Werbung, der dieses Projekt betreut. Insolvent ist derzeit die Wirecard AG und mehrere Tochterfirmen, nicht jedoch die zum Konzern gehörende Wirecard Bank, über die die Zahlungen von Alipay und WiChat Pay abgewickelt werden. „Man muss das Insolvenzverfahren abwarten und sehen, ob auch die Wirecard Bank reingezogen wird“, sagt Gassler: „Wir werden die Lage evaluieren und mit unseren Partnern in Kontakt treten. Die derzeitige Empfehlung lautet, keine Alipay- und WiChat-Pay-Zahlungen anzunehmen, falls Chinesen damit zahlen wollen.“ Im Moment erübrige sich in der Praxis das Thema allerdings ohnehin, zumal wenige bis gar keine Personen aus China im Land sind. In das Tiroler Projekt seien kaum Geldsummen investiert worden, sagt Gassler, sehr wohl allerdings „viel Zeit, um Partner zu gewinnen“.

Felix Hufeld, Chef der selbst massiv in Kritik geratenen deutschen Finanzaufsicht BaFin, hat gestern den milliardenschweren Wirecard-Bilanzskandal als eine massive Straftat bezeichnet. Mit einer enormen kriminellen Energie seien Unterlagen gefälscht worden. Jetzt müsse man aufklären, wer wen hinters Licht geführt habe. Zuletzt gab es Hausdurchsuchungen, unter anderem in Österreich.

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