"Wir haben das Geld nicht": Felssturz kommt Landeck teuer

Die Arbeiten an der Landecker Schlossgalerie gehen weiter. Der Felssturz Anfang Juni verursacht aber erhebliche Kosten – auch für die Stadt,

Derzeit liegen noch gewaltige Felsbrocken im Inn. Die Stelle soll Anfang September geräumt werden.Foto:
© Matthias Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck – Anfang Juni wurden die Anrainer der Landecker Schlossgalerie-Baustelle von einem gewaltigen Donner geweckt. Riesige Gesteinsbrocken, größer als so mancher Pkw, krachten auf die Straße und weiter in den Inn. Glück im Unglück – der gewaltige Felssturz geschah in der Nacht, verletzt wurde niemand. Aber er verursacht erhebliche Kosten. Rund 700.000 Euro wird allein die Felsräumung unterhalb der Fahrbahn im Bereich des Inn kosten. Auch die Gemeinde kommt zum Handkuss. Sie soll voraussichtlich 30 Prozent der Summe berappen, betont Vizebürgermeister Thomas Hittler. „Wir haben inzwischen um Bedarfszuweisungen angesucht, weil wir das Geld nicht haben“, sagt der interimistische Stadtchef.

Die Räumungsarbeiten am Inn werden voraussichtlich Anfang September beginnen, erklärt Dietrich Monz vom Wasserbauamt in Imst. Drei Monate wird man dafür benötigen. „Es ist nicht nur einfaches Murmaterial.“ Im Wasser liegen regelrechte Felsblöcke, die zum Teil vorher gesprengt werden müssen, bevor sie lieferbereit sind und in die Landesdeponie nach Strengen gebracht werden können. Der Größte wiegt laut Monz an die 1200 Tonnen.

Thomas Hittler 
(Vizebürgermeister)

Wir haben um Bedarfszuweisungen angesucht, weil wir das Geld nicht haben.

Gesprengt werden muss auch die Felsnase oberhalb des Abbruchs, erklärt Projektleiter Günter Guglberger. Ihm machen auch weniger die „reinen Kosten des Felssturzes“ Kopfzerbrechen, sondern mehr, dass die Baustelle durch das Ereignis derzeit zweigeteilt ist. „Wir müssen damit mit den Baumaschinen durch den Landecker Tunnel.“ Die Arbeiten gehen voran, so wurden bereits die ersten Fundamente für die Pfähle gebohrt.

Laut Untersuchungen handelte es sich beim Felssturz um ein Naturereignis: „Er wäre so und so gekommen“, so Guglberger. „Es ist einer der blödesten Bereiche entlang der Reschenstraße – darum brauchen wird die Galerie.“

Auch Vizebürgermeister Thomas Hittler will nicht nach einem Schuldigen suchen. Auch er glaubt, dass das Material ohnehin abgebrochen wäre. „Vielleicht wurde der Felssturz durch die Bauarbeiten etwas früher ausgelöst.“


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