Bessere Luft in Tirol, aber Grenzwerte noch deutlich zu hoch

Die Luftqualität in Tirol hat sich 2019 erneut verbessert, aber an den Messstellen in Vomp oder Mutters ist die Schadstoffkonzentration weiter gravierend. Ozon wird zum Problem.

Der Verkehr verursacht nach wie vor die größte Belastung.
© Böhm Thomas

Innsbruck –Der Luftgütebericht des Landes für das Vorjahr weist insgesamt eine positive Tendenz auf. Aber mit großen Problemzonen entlang der Transitachse vom Unterland zum Brenner. Der (Lkw-)Verkehr schlägt weiter deutlich durch. Die Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid hat sich in den vergangenen zehn Jahren zwar merklich verbessert. Trotzdem wurden die Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit im Jahr 2019 für Stickstoffdioxid (NO2), abschnittsweise im Nahbereich der Inntal- und Brennerautobahnen, noch (deutlich) überschritten. In Vomp wurden 47 Mikrogramm pro Kubikmeter (47 µg/m³) gemessen, in Mutters/Gärberbach 36 µg/m³. Zulässig wären mit einer Toleranzschwelle von 5 µg/m³ lediglich 35 µg/m³.

Verkehrs- und Umweltreferentin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) erlebt deshalb ein Wechselbad der politischen Gefühle. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Das Ziel ist allerdings noch lange nicht erreicht. Die gesetzten Maßnahmen zeigen positive Auswirkungen auf die Luft. Trotz alledem wurden die Immissionsgrenzwerte für Stickstoffdi­oxid entlang der Autobahnen auch 2019 teilweise noch deutlich überschritten.“ Laut Felipe würden das auch die erstmals vorliegenden Ergebnisse der an 24 Standorten installierten Passivsammler belegen. Das Land hat sie als ergänzende Messmethode zum vollautomatisierten Luftgütemesssystem installiert. Sie sollen Analysen über die Belastung in Abschnitten mit unterschiedlicher Verkehrscharakteristik und Geschwindigkeitsbeschränkung ermöglichen.

Ozonbelastung wird mehr und mehr zum Problem

Aus den Messwerten sticht vor allem die positive Wirkung von Tempo 100 hervor. Trotz signifikant höherer bzw. ähnlicher Verkehrszahlen weisen beispielsweise die Messstellen in Völs und Imst (Luft-Hunderter) eine geringere NO2-Belastung auf als die vergleichbaren in Dirschenbach und Silz mit Tempo 130 bzw. 110 km/h.

Zum Problem wird immer mehr die Ozonbelastung. „Aufgrund des sehr warmen Sommers 2019 war die Ozonbelastung an allen Messstellen höher als im Mittel der Jahre davor, eine Verbesserung der Ozon-Situation ist nur durch eine drastische Emissionsreduktion der Vorläuferschadstoffe, vorwiegend Stickoxide und organische Kohlenwasserstoff-Verbindungen, erzielbar“, heißt es im Luftbericht. Für Felipe gilt es daher, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen „und der wieder anrollenden Verkehrslawine entschlossen entgegenzutreten, um damit die Luft zu verbessern, das Klima und die Gesundheit der in Tirol lebenden Menschen zu schützen“. (pn)


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