Neuer Roman: Das Mädchen von Agunt soll Menschen begeistern

Die einstige Römerstadt Aguntum wird zum Schauplatz für einen historischen Roman. In zwei Jahren kommt der Stoff auf die Bühne.

Iny Klocke und Elmar Wohlrath veröffentlichten unter dem Pseudonym Iny Lorentz bereits 38 historische Romane.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Dölsach –Eine junge Frau, über die nichts weiter mehr bekannt ist, als dass sie einst in der Römerstadt Aguntum von größerer Bedeutung gewesen sein könnte, wird viele Jahrhunderte später zu neuem Leben erweckt. Das deutsche Schriftstellerehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath widmet dem „Mädchen von Agunt“ einen seiner historischen Romane. Die beiden stehen hinter dem Pseudonym Iny Lorentz und haben bereits 38 historische Romane mit insgesamt über 14 Millionen verkauften Exemplaren veröffentlicht. Sehr bekannt sind Verfilmungen, darunter mehrere Teile der Wanderhure.

Das Mädchen von Agunt ist eine Reliefdarstellung, herausgemeißelt aus einem Marmorblock. Wiedergefunden wurde das Artefakt im Jahr 1933 bei Grabungsarbeiten in der einzigen römischen Stadt Tirols, Aguntum, die heute in der Gemeinde Dölsach bei Lienz liegt. „Wir verbinden in unserer Arbeit Wissenschaft mit dem Schicksal von Menschen, in die man sich hineinfühlen kann“, erklärte Elmar Wohlrath gestern bei einem Pressegespräch in Aguntum. „50 bis 70 Prozent einer unserer Erzählungen basieren auf historischen Fakten. Der Rest ist ein Mosaik aus zum Teil recherchierten Begebenheiten und Eindrücken, die ich als Autor zu einem neuen Stoff verwebe.“

Wir wissen, wie man erfolgreiche Romane schreibt.“
Iny Klocke und Elmar Wohlrath
(Autorenehepaar, alias Iny Lorentz)

Eine Woche lang war das Autorenpaar zum Lokalaugenschein in Lienz und Umgebung, besuchte mit Begleitern aber auch die antik-römische Stätte Iulium Carnicum südlich des Plöckenpasses sowie die Ruinen von Teurnia auf dem Gemeindegebiet des heutigen Lendorf in Oberkärnten.

„Drei Viertel des Buches kann ich bereits schreiben“, verriet Wohlrath. In einem Jahr und damit in der Hälfte der üblichen Zeit soll das Romanmanuskript vorliegen. Zwischen 500 und 660 Seiten stark ist ein solches Werk, erläuterte Iny Klocke. „Die Zeit drängt, aber wir schaffen das. Wir wissen, wie man erfolgreiche Romane schreibt“, meinte Klocke, die auch einen Einblick in das gemeinsame Schaffen mit ihrem Mann gewährte: „Elmar schreibt das Buch und überarbeitet es dann einmal komplett. Dann bekomme ich es. In fünf Durchgängen durchforsche ich die Geschichte zum Beispiel auf mögliche Logikfehler.“ Zugute komme beiden ihre Begeisterung für die römische Zeit und damit ein umfassendes Vorwissen dazu.

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In zwei Jahren, nämlich Anfang Juni 2022, ist nicht nur die Buchpräsentation in Aguntum geplant. Der Theaterwissenschafter und Regisseur Alfred Meschnigg hat das Autorenehepaar vor einigen Jahren kennen gelernt. Daraus sei eine gute Freundschaft entstanden, wie die drei bekundeten. „Alfred hat uns vor wenigen Monaten auf die Idee zum Mädchen von Agunt gebracht“, erzählten Klocke und Wohlrath. Von einer früheren Regiearbeit Meschniggs für das Theater waren beide so angetan, „dass wir uns sehr freuen, dass Alfred auch diesen Stoff adaptieren wird“.

Anhand des Manuskriptes wird Meschnigg in einem Jahr also eine Theaterfassung erarbeiten. Beides wird in zwei Jahren in Aguntum erstmals vorgestellt, das Buch und das Theaterstück zum „Mädchen von Agunt“. Möglich ist eine Zusammenarbeit mit der Theaterwerkstatt Dölsach. „Erst wenn ich das Buch habe, weiß ich, mit wem ich das Stück umsetzen kann“, erklärte Meschnigg, der in Aguntum bereits „Die Chinesische Mauer“ und die Passion auf die Bühne brachte.


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