Zahl der Corona-Neuinfektionen in Österreich dreistellig

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Österreich am Freitag zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen dreistellig. Waren es am Mittwoch 107 Neuinfizierte gewesen, beträgt der Zuwachs nun sogar 109. Der „Hotspot“ ist dabei erneut Oberösterreich, wobei es da nach 61 am Mittwoch und 42 am Donnerstag mit nun 50 wieder ein Plus gab. Wien folgt am Freitag mit 36 Neuinfektionen.

Ohne neue Fälle sind Kärnten und Vorarlberg, die übrigen fünf Bundesländer haben einstellige Zuwächse. Es entfallen auf die Steiermark neun, auf Tirol sechs, auf Niederösterreich vier und auf das Burgenland drei Fälle, auf Salzburg ein Fall. Damit stieg die Gesamtzahl jemals in Österreich positiv Getesteter über 18.000, die exakte Zahl positiver Testergebnisse liegt nach Information des Innen- und Gesundheitsministeriums nun bei 18.050. Über 17.000 war die Zahl am 10. Juni gestiegen, also 23 Tage davor.

Da im Tagesvergleich „nur“ 44 Neugenesene in der Statistik aufscheinen, stieg die Zahl der aktiv Erkrankten seit Donnerstag um 65 auf 787. Am Montag waren es bundesweit noch 600 aktiv Erkrankte gewesen, am Dienstag 583, danach erhöhte sich die Zahl aber vor allem durch den Oberösterreich-Cluster auf 677, 722 und nun eben 787. Um Mitte Juni war die Zahl der in Österreich aktiv Erkrankten bereits kurzfristig unter 400 gefallen.

Die Zahl der in Österreich an oder mit Covid-19 Verstorbenen blieb mit 705 unverändert. 72 Personen befinden sich in Krankenhausbehandlung, sieben von ihnen werden intensivmedizinisch betreut.

In Oberösterreich liegt die Reproduktionsrate aktuell bei 2,7, was für LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) „sehr besorgniserregend“ ist. Zwar ist man optimistisch, die aktuellen Corona-Cluster einzugrenzen, dennoch können weitere Maßnahmen - etwa eine Verschärfung der Maskenpflicht - nicht ausgeschlossen werden.

Derzeit sehe sie die Notwendigkeit nicht, aber man müsse das von Tag zu Tag bewerten, sagte Haberlander in einem Hintergrundgespräch am Freitag. Gemeinsam mit Mitgliedern des Krisenstabs verteidigte sie die Schließung aller Schulen und Kindergärten in fünf Bezirken. Sinngemäß hieß es: Der sogenannte „Freikirchen-Cluster“, der aktuell 120 Personen zähle, umfasse rumänische Großfamilien mit bis zu zehn Kindern, die verschiedene Schulen besuchen. Die Betroffenen hätten sich anfangs nicht besonders gut an die Maßnahmen gehalten und die Kontakte der Kinder waren kaum mehr nachzuvollziehen.

„Im Wissen, wie konsequent das Containment läuft, bin ich aber optimistisch, dass wir den Cluster einfangen“, sagte Tilman Königswieser vom Krisenstab des Landes. Carmen Breitwieser, ebenfalls Mitglied des Krisenstabs, betonte, dass man jeden Fall individuell sehen müsste. So gebe es Fälle, wo es keine Schulsperre geben müsse, weil man die Infektionskette geschlossen nachvollziehen und die Betroffenen absondern könne, und andere, in denen das kaum mehr möglich sei - wie eben den aktuellen.

Haberlander betonte die bereits am Donnerstag angekündigte Absicht des Landes, wieder mehr zu testen. Die Kapazitäten sollen auf zwölf fixe Drive-ins und 16 mobile Teams aufgestockt werden, so dass jeder binnen 30 Minuten zu einer Testmöglichkeit kommen könne. Am 1. Juli seien bereits mehr als 1.400 Tests durchgeführt worden.


Kommentieren


Schlagworte