Alaba-Treffer ebnet Bayern den Weg zum 20. Pokaltitel

Der FC Bayern München hat erneut das deutsche Fußball-Double geholt. Der Serienmeister setzte sich im Geisterspiel-Finale des DFB-Pokals in Berlin gegen Bayer 04 Leverkusen mit 4:2 (2:0) durch. ÖFB-Star David Alaba legte mit einem glänzend verwandelten Freistoß den Grundstein zum 20. Cuptitel der Münchner, die gleichzeitig ihr 13. Double der Clubgeschichte fixierten.

Neben Alaba (16.) trafen Serge Gnabry (24.) und Robert Lewandowski (59., 89.) für den Rekordmeister. Für Leverkusen waren Tore von Sven Bender (63.) und Kai Havertz (95./Elfmeter) zu wenig. Alaba spielte erneut als Abwehrchef der Bayern-Innenverteidigung und einigem Vorwärtsdrang durch. Auf der Gegenseite war ÖFB-Teamkapitän Julian Baumgartlinger bis zur Pause am Feld. Aleksandar Dragovic verpasste es auf der Ersatzbank sitzend, als erster österreichischer Fußballer im vierten unterschiedlichen Land einen Cuptitel zu gewinnen. Auch Goalie Ramazan Özcan kam bei Leverkusen nicht zum Einsatz.

Bayern startete hochdominant, Leverkusen gelang bald keine Entlastung mehr. Nach einem Foul von Edmond Tapsoba an Lewandowski an der Strafraumgrenze trat Alaba zur Tat: Der 28-Jährige, dessen Zukunft in München nach wie vor unklar ist, zirkelte den Freistoß gefühlvoll und unhaltbar über die Mauer (16.). Sein zweites Saisontor als weiteres Argument für möglicherweise anstehende Vertragsgespräche.

Die verdiente Führung war schnell ausgebaut: Gnabry traf aus halbrechter Position nach Zuspiel von Joshua Kimmich ins lange Eck (24.). Dem Tor war ein Ballgewinn Kimmichs gegen Baumgartlinger vorausgegangen. Leverkusen fehlte lange die Durchschlagskraft, fand aber in schnellen Gegenstößen ein probates Mittel, um die hoch stehenden Bayern zu fordern. Doch deren Abwehr präsentierte sich - zunächst - enorm stabil.

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Für Baumgartlinger endete der Arbeitstag zur Pause. Bayer-Trainer Peter Bosz entschied sich mit den Hereinnahme von Kerem Demirbay und Kevin Volland für offensivere Varianten. Volland aber schlug nach einem Bilderbuch-Konter ein Luftloch (57.). Statt 1:2 stand es keine zwei Minuten später 0:3: Leverkusens Schlussmann Lukas Hradecky haute sich einen flatternden, aber harmlosen Lewandowski-Weitschuss nach Manuel-Neuer-Abschlag selbst über die Linie (59.).

Leverkusen sendete aber postwendend ein Lebenszeichen. Sven Bender warf sich in einen Eckball und erzielte per Kopf das 1:3 (63.). Plötzlich entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Bayern Schwächen offenbarten. Insbesondere Stargoalie Manuel Neuer schien aufgrund zweier verunglückter Ausflüge neben sich zu stehen. Alaba bekam in dieser Phase mit Lucas Hernandez einen neuen Nebenmann, der den angeschlagenen Jerome Boateng ersetzte.

Die Werkself ärgerte die Bayern bis zuletzt, die Hypothek war aber bereits zu groß. Lewandowski gelang im Finish das 4:1. Zum achten Mal verewigte sich Lewandowski in der Schützenliste eines DFB-Pokalfinales - ein Jahr nach dem 3:0 gegen RB Leipzig baute der Pole diesen (einsamen) persönlichen Rekord aus. Das letzte Wort hatte Jungstar Havertz mit einem ins Kreuzeck verwandelten Elfmeter (95.). Leverkusens Sehnsucht nach der ersten Trophäe hält auch nach 27 Jahren an.

Bayern-Trainer Hansi Flick lobte David Alaba nach dem Spiel in höchsten Tönen und wünscht sich einen Verbleib des ÖFB-Teamspielers. „Letztendlich ist er ein sehr wichtiger Spieler für uns, das Herzstück. Er ist nicht nur ein absoluter Weltklassespieler, sondern auch neben dem Platz wichtig. Er ist einer, der die Mannschaft immer wieder motiviert, er ist immer sehr positiv.“ Er hoffe, dass Alaba beim FC Bayern verlängert, sagte Flick. Der Vertrag des Wieners beim Rekordmeister läuft 2021 aus.


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