Kontrollen zwischen Österreich und Italien: Erinnerung an ein Jahrhundert Grenze

Kuno Prey, Rosmarie Burgmann und Hermann Mitteregger (v. l.) haben die Installation an der Staatsgrenze eröffnet.
© Christoph Blassnig

Innichen, Sillian – Als Folge des Ersten Weltkriegs wurden im Jahr 1920 auf der Landkarte neue Grenzen gezogen. Was die Tiroler Bevölkerung erst gar nicht glauben wollte, war bis 1998 Realität: Es gab strenge Kontrollen zwischen Österreich und nunmehr Italien. Nachbarn waren durch eine neue Linie getrennt worden. An die Grenzziehung mitten im Pustertal soll eine Installation unter dem Titel „GRENZE 1920–2020 CONFINE“ erinnern. Die Bürgermeisterin von Innichen, Rosmarie Burgmann, und ihr Sillianer Amtskollege Hermann Mitteregger haben die Installation eröffnet. Für die Freie Universität Bozen zeichneten Waltraud Kofler Engl und Kuno Prey für die Vorarbeiten verantwortlich.

„Die Corona-Pandemie samt der Grenzschließung hat uns allen in Erinnerung gerufen, wie verletzlich unsere sicher geglaubte Freiheit sein kann“, mahnte Burgmann zum Bewusstsein, dass Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich seien. Die Bürgermeisterin formulierte auch ihre Hoffnung, dass der grenznahe Bereich auf Südtiroler Seite ansehnlicher gestaltet werden könnte: „Es handelt sich um die Visitenkarte für Südtirol. Die Gemeinden können dafür nicht alleine zuständig sein.“ Hermann Mitteregger verdeutlichte an einem Beispiel, was die Grenzziehung damals alles änderte: „Wer sein Leben lang Josef geheißen hatte, hieß auf seinem Grabstein plötzlich Giuseppe.“ Beide Bürgermeister erklärten den Willen zur weiteren Zusammenarbeit, etwa im Bereich des Katastrophenschutzes.

Auf drei Litfaßsäulen, je einer auf beiden Seiten der Grenze sowie einer am Radweg, sind historische Ereignisse zusammengefasst. Prey: „Aus der Geschichte zu lernen ist extrem wichtig.“ (bcp)

Die Grenzkontrolleure waren für ihre immer gleichen Fragen bekannt.
© Blassnig

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