Via Claudia Augusta durch Tirol ist für deutschen Fahrrad Club die Nummer 1

Rad-Reise-Analyse des Deutschen Fahrrad Clubs beschert Via Claudia Augusta Platz eins der beliebtesten Radfernwege. Die Kaiserstraße hat sogar Fans in Brasilien und Asien.

Mehrere hundert Brasilianer radeln jährlich die Via Claudia Augusta. In Brasilien hat die Kaiserstraße eine regelrechte Fan-Community.
© Via Claudia Augusta

Reutte, Imst, Landeck – Jedes Jahr gibt der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) eine breit angelegte Rad-Reise-Analyse mit mehreren 1000 Befragten in Auftrag. Die Studie gibt einen Überblick über die Bedeutung des Radfahrens in Freizeit und Urlaub, über das Verhalten und die Bedürfnisse der Radfahrer, Entwicklungen und Trends. Außerdem werden die beliebtesten Radrouten und Radregionen der Deutschen ermittelt.

Die Via Claudia Augusta, jahrelang Nummer zwei, wurde heuer erstmals zur beliebtesten grenzüberschreitenden Radroute gewählt – vor dem österreichischen Donauradweg, der seit Jahren scheinbar unangefochten auf dem ersten Platz lag.

Wer die Via Claudia Augusta interessant findet, sie aber nicht radeln möchte, für den gibt es auch eine Fernwander-Route und eine Panorama-Reise-Route für Auto, Camper und Bus.

Mit 40.000 Radfahrern, 15.000 Fernwanderern und vorsichtig geschätzt noch einmal so viel motorisiert Reisenden sowie von der Via Claudia gewonnenen Urlaubsgästen für die Regionen entlang der Route ist die römische Kaiserstraße auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. „50 bis 100 Millionen Euro dürfte die direkte Wertschöpfung durch Reisende und Urlauber betragen, noch ohne Umweg-Effekte. Die Via Claudia Augusta leistet auch einen wertvollen Beitrag zur Belebung der Ortszentren sowie zur Wertschätzung von Kultur und Geschichte der Regionen“, erklärt Christoph Tschaikner, Geschäftsführer der Via Claudia Augusta Transnational, einer gemeinsamen Organisation der drei nationalen Vereine in Deutschland, Österreich und Italien.

Die Via Claudia Augusta war die erste transeuropäische Straße über die Alpen und reichte von der bayerischen Donau bis zum Fluss Po bzw. zur italienischen Adria. De facto verband sie den Nordwesten und Norden des römischen Reiches mit dem Süden und Südosten des Imperiums.

Der große Trumpf der Rad-route ist ihr Abwechslungsreichtum. Drei Länder, sieben Regionen, drei Klimazonen – alle 20 bis 30 Kilometer folgt eine neue Landschaft. Andererseits gilt die Via Claudia auch als leichtester Alpenübergang für Tourenradfahrer. Die zwei höchsten Pässe, der Fern- und der Reschenpass, liegen nur 200 bzw. 500 Meter höher als das Tal. Für jene, die auch die relativ niedrigen Pässe nicht aus eigener Kraft überqueren möchten, gibt es an allen Pässen Rad-Shuttles. Die Via Claudia Augusta wurde auch bereits das zweite Mal nach dem international anerkannten System des ADFC mit vier Sternen für ihre Qualität ausgezeichnet.

Die jahrtausendelange Geschichte der Europa-verbindenden Straße, die laufende Begegnung mit Menschen aus vieler Herren Länder sowie der kulturelle und wirtschaftliche Austausch prägten nachhaltig die Regionen, die Orte, die Menschen und ihre Kulturen. Und dies wird auch so bleiben. Denn nicht nur die Zahl der Deutsch oder Italienisch sprechenden Gäste steigt. Tschaikner: „Die Radler kommen sogar aus Nord- und Südamerika, Australien, ja sogar vereinzelt aus Asien, um die Via Claudia Augusta zu radeln. Nummer eins unter den Herkunftsländern in Übersee ist Brasilien. Mehrere hundert Brasilianer radeln jährlich die Via Claudia Augusta und es gibt in den sozialen Medien eine regelrechte brasilianische Fan-Community der römischen Kaiserstraße über die Alpen.

Im Ranking der beliebtesten Radfernwege der ADFC-Mitglieder hinter der Via Claudia Augusta liegen der Donau-Radweg, der Etsch-Radweg, der Bodensee-Radweg und auf Platz fünf der Nordseeküsten-Radweg. (TT, fasi)


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