HCI-Budget wurde reduziert: „Hoffe, dass wir das überleben“

Innsbrucks Eishockey-Haie lösten den Vertrag mit Legende John Lammers (34) auf. Es warten schwere Zeiten auf Neo-Coach Mitch O’Keefe und Co.

Bilder, die man vermissen wird – Tyler Spurgeon (l.) und John Lammers (M.) jubelten fünf Jahre gemeinsam erfolgreich im Haie-Dress.
© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck –Die (Eishockey-)Welt ist nicht mehr so, wie sie vor dem Coronavirus war. Da schlossen die Haie unter Ex-Coach Rob Pallin noch einen neuen Vertrag mit John Lammers ab, der jetzt nicht mehr haltbar war und in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde. Nach fünf Jahren (2015–2020) wird man neben Tyler Spurgeon auch den „Johnny“, der 255 Scorer-Punkte für den HCI verbuchte, mit seinem feinen Händchen und seiner einwandfreien Einstellung nicht mehr sehen. Es steht ein Facelifting bevor.

„Die Zeiten haben sich verändert, man kann sich auf neue Gesichter freuen. Unser Coach muss gute und finanzierbare Spieler sichten“, spielt Obmann Günther Hanschitz den Puck zu Cheftrainer Mitch O’Keefe weiter, der in seiner ersten Saison vor einer Mammutaufgabe steht. Denn im Budget fehlt im Vergleich zum Vorjahr mehr als eine halbe Million Euro. Eine satte Summe, die sich nach dem Abgang des vormaligen Liga­sponsors, Auslaufen eines Fernseh-Vertrags (Servus TV) und verlorenen Sponsoren ergibt. „Ich hoffe, dass wir das Ganze überleben und Unterstützung aus der Wirtschaft bekommen, damit es auch in Zukunft weiter Erstliga-Hockey in Innsbruck gibt“, notiert Hanschitz, nachdem man den Gürtel einmal mehr enger schnallen muss.

"Vorstellungen klaffen in finanzieller Hinsicht noch auseinander“

Zwei Play-off-Einzüge (2017, 2018) haben mit Topspielern wie Andrew Clark oder Andrew Yogan Träume geweckt, zur Stunde steht aber wieder der Überlebenskampf an. „Ich weiß, was es braucht, und ich bin gut unter Druck“, ließ sich O’Keefe gestern am Rad sitzend keine Sekunde lang entmutigen. Oberste Priorität – der Transferstopp in der umbenannten bet-at-home ICE Hockey League wurde ja bis Mitte Juli verlängert – habe vorerst die Suche nach einem „Einser-Center“: „Da klaffen die Vorstellungen in finanzieller Hinsicht noch auseinander“, diktiert der 36-jährige Kanadier, der weiß, dass es in der internationalen Liga-Gemeinschaft aufgrund der Corona-Krise weiterhin „definitiv viele Fragezeichen“ gibt.

Die Haie-Truppe wird nach prominenten Abgängen, und dafür muss man kein Prophet sein, definitiv jünger. „Wir sondieren den Markt nach Cracks, die sich über unsere Plattform hochdienen wollen“, hält O’Keefe fest. Hoffentlich sind die Haie nicht vom Aussterben bedroht ...


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