Diskussionen um laute Nächte am „Geisterplatz“ in Wörgl

Wörgls Kommunalpolitik beschäftigte sich bei sommerlicher Hitze mit dem Adventmarkt und Veranstaltungen auf dem so genannten Gradl-Platz hinter der Pfarrkirche. Auf dem Gelände sollten eigentlich Konzerte und mehr stattfinden, derzeit gleicht es aber einem Geisterplatz.

Der Gradl-Platz wird künftig mit mehr Veranstaltungen bespielt, wie die Anrainer darauf reagieren, bleibt abzuwarten.
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Von Wolfgang Otter

Wörgl – Noch sind es einige Monate hin – und in Zeiten von Covid-19 sollte man Veranstaltungen ohnedies mit einem großen Fragezeichen dahinter versehen. Aber der Wörgler Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit einer Ausweitung des Adventmarktes im Dezember beschäftigt. Der zeitliche Vorlauf ist notwendig, da dafür eine eigene Verordnung der Stadt verabschiedet werden muss. Der Markt soll heuer vom Platz des Seniorenheims aus die Fußgängerzone in der Bahnhofstraße beleben und bis zum so genannten Gradl-Platz hinter der Pfarrkirche reichen. Als neue Marktzeiten wurden 9 Uhr bis 22 Uhr festgelegt.

Der Platz wurde 2016 um knapp 900.000 Euro errichtet. Die Intention der Stadtführung war damals, den in Wörgl äußerst beliebten Gradl-Anger in irgendeiner Form zu ersetzen. Auf dem Gelände sollten eigentlich Feste und Platzkonzerte der Musik und andere Veranstaltungen stattfinden. Derzeit gleicht er aber einem Geisterplatz, aus den angekündigten Veranstaltungen wurde bislang nicht viel. Die Erklärung dafür findet sich in der Lage der Fläche, zwischen den Wohnhäusern. Entsprechend stark ist eine Lärmbelästigung für die Anrainer.

Um diese Frage entwickelte sich dann auch eine lebhafte Diskussion im Wörgler Gemeinderat, als es darum ging, den neuen Verlauf und die neuen Zeiten zu genehmigen. Die Grünen wollten die Zeiten einschränken. „Speziell der Gradl-Platz birgt einen potenziellen Konfliktpunkt“, erinnerte GR Richard Götz an den Standort. „Daher wollen wir eine Reduktion auf 20 Uhr.“ Er habe sich auch Öffnungszeiten in anderen Orten angeschaut, „dabei ist eher 20 Uhr die Regel.“ Götz erinnerte auch daran, dass es mit 22 Uhr noch nicht vorbei ist. Bis die letzten Gäste gegangen und die Stände geschlossen sind, könnte noch eine Stunde vergehen. Gemeinderat Michael Riedhart (Junge Wörgler, ÖVP) erinnerte daran, „dass schon immer hier beabsichtigt war, etwas zu veranstalten“. Ins gleiche Horn stieß auch Bürgermeisterin Hedi Wechner (Liste Wechner): „Es ist ein schöner Platz, er ist derzeit nur etwas tot. Wir wollen ihn bespielen. Auch eventuell mit einem zusätzlichen Christkindlmarkt. „22 Uhr ist eigentlich keine uferlose Öffnungszeit, sondern das ist allgemein für Veranstaltungen gestattet. Ich glaube, dass der Markt sehr positiv aufgenommen wird.“ An noch eines wurde erinnert: Die Bewohner haben mit Veranstaltungen rechnen müssen, außerdem wurden sie in den Mietverträgen festgehalten. Der Gemeinderat genehmigte 22 Uhr, die Fortsetzung der Diskussion findet eventuell in der Adventzeit statt.


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