Stadt sucht Veranstalter der illegalen Party in der Innsbrucker Sillschlucht

Die Party am Wochenende in der Sillschlucht war offenbar kein Einzelfall. Den Behörden ist bekannt, dass dort seit Jahren nicht genehmigte Feste stattfinden. Anrainerbeschwerden gab es nie.

Die Innsbrucker Sillschlucht.
© Parigger

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Wer waren die Veranstalter der Party, die in der Nacht zum Sonntag 1000 Besucher in die Sillschlucht lockte? „Derzeit wissen wir das noch nicht, aber wir führen entsprechende Ermittlungen“, sagt Elmar Rizzoli, Amtsleiter für allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen der Stadt Innsbruck. Die Frage ist vor allem deshalb von Interesse, weil „für die Veranstaltung keine einzige Genehmigung vorliegt“, bestätigt Rizzoli.

Wie berichtet, hat ein betrunkener 22-Jähriger das Fest am Sonntag gegen 6.30 Uhr auffliegen lassen. Als Sanitäter den Party-Gast mit der Alkoholvergiftung versorgen wollten, wurde er aggressiv. Ein Polizeieinsatz in der Sillschlucht war die Folge. Dabei stießen die Beamten auf einige ebenso späte wie (von Alkohol und/oder Drogen) illuminierte Gäste. Und Teile der professionellen Party-Infrastruktur – sogar eine komplette Schankanlage war in der Sillschlucht aufgebaut.

Die Party am Wochenende in der Sillschlucht war offenbar kein Einzelfall. „Wir wissen, dass dort seit Jahren Feste ohne Genehmigung stattfinden“, sagt Elmar Rizzoli. Einmal war’s ein Fischer, der die Behörden auf das frühmorgendliche Treiben aufmerksam machte. Ein anderes Mal „wurde ein Festbesucher vermisst, eine Suchaktion war die Folge“, erzählt der Sicherheitschef: „Die Sillschlucht ist wohl auch der einzige Ort in Innsbruck, wo laute Musik und eine Party in dieser Größenordnung zu keinen Anrainerbeschwerden führt.“

Die illegalen Feste in der Sillschlucht sind auch in der Innsbrucker Jugend- und Studentenszene ein offenes Geheimnis. Die Goa-Partys – benannt nach den berühmt-berüchtigten Festen im indischen Bundesstaat Goa – sollen heuer bereits seit Anfang Juni bei gutem Wetter an den Wochenenden stattfinden. Ein enormer Aufwand – die Organisatoren tragen die Ausrüstung über einen kleinen Pfad von der Igler Straße in die Schlucht. Typisch für Goa-Feste ist nicht nur der aus Indien importierte Musikstil, sondern auch der meist exzessive Drogen- und Alkoholkonsum.

Erst kürzlich hat die Polizei ein illegales Fest in einer Schlucht bei Zirl noch in der Vorbereitungsphase entdeckt und verhindert. Werden Goa-Partys angemeldet, sind Kontrollen obligatorisch.


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