Rumer Gemeinderat klar gegen Bau von Singletrail

Antrag der Grünen, legales Angebot zu schaffen, fand keine Mehrheit. Die Gegner befürchten, so noch mehr „illegale“ Nutzer anzuziehen.

Auf Rumer Gemeindegebiet wird in absehbarer Zeit kein legaler Singletrail für Biker entstehen.
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Rum –Bringt ein zusätzlicher legaler Singletrail für Mountainbiker auf der Nordkette einen Lenkungseffekt und damit eine Entspannung der brisanten Gesamtsituation? Oder werden damit nur noch mehr Sportler angezogen, die dann unerlaubt quer durch die Wälder brausen? Diese Fragen wurden am Montagabend im Rumer Gemeinderat kontrovers diskutiert.

Anlass war ein Antrag der Grünen, wonach die Gemeinde rasch mit den Waldbesitzern, dem Land, der Stadt Innsbruck und dem Tourismusverband Gespräche aufnehmen solle, „mit dem Ziel, einen technisch anspruchsvollen Singletrail von der Rumer Alm bis zum Rechenhofplateau zu errichten“.

Er sei für einen „gesunden, unverspurten und unverwüsteten Wald“ und dafür, dass Wanderer ihn ungestört nützen können, betonte Antragsteller Bernhard Kirchebner. „Aber ich bin auch für ein Angebot für die Radsportler.“ Ein Singletrail „würde die Nutzung kanalisieren, der Wald links und rechts davon würde in Ruhe gelassen“, glaubt er. Es sei wichtig, auf diesen massiven Trend zu reagieren, statt die Leute nur „mit erhobenem Zeigefinger zu strafen“.

„Ursprünglich nicht abgeneigt“

BM Edgar Kopp (SP und Parteifreie) war der Idee „ursprünglich nicht abgeneigt“. Doch er habe sich intensiv umgehört – und es gebe „deutlich mehr Gegner als Befürworter“. Er rechnet mit noch mehr Nutzungskonflikten.

Am Nordkette- und Arzler-Alm-Trail zeige sich, „wie sehr der Boden zerstört“ werde, meinte Fraktionskollege Vize-BM Romed Giner. „Wenn wir einen eigenen, dritten Trail machen, locken wir noch mehr Radsportler an, die schwer zu kontrollieren sind.“ Giner wäre dafür, den Gemeindewald stattdessen verstärkt als Wandergebiet zu entwickeln.

Furchen und andere Schäden hätten stark zugenommen, bestätigte Vize-BM Franz Saurwein (VP). „Es sind einfach zu viele auf den Wegen unterwegs. Bevor wir keine Regeln und Maßnahmen haben, wie mir damit umgehen, brauchen wir da oben gar nicht an einen Trail zu denken.“ Er habe auch Vize-BM Hannes Anzengruber aus Innsbruck – der ja das Angebot für Biker ausbauen will – mitgeteilt, „dass er Rum da noch nicht ins Spiel zu bringen braucht“. Auch bei einer neuen legalen Strecke würde den Bikern bald der Reiz fehlen, glaubt GR Josef Karbon („Das neue Rum“). Für die ÖVP und GR Jürgen Mayer (FPÖ) bräuchte es zudem mehr Personal für die Bergwacht, um die bestehende illegale Nutzung zu unterbinden.

"Fahren jetzt schon durch die Wälder"

Anders der freie Mandatar Marco Casotti: „Die Mountainbiker fahren jetzt schon durch die Wälder, ob es passt oder nicht. Schafft man ein legales Angebot, kann man sie mit Recht darauf verweisen, dass sie diesen Trail nutzen sollen, und außerhalb auch schärfer kontrollieren.“

„Wenn wir nichts machen, wird die Situation da oben noch viel schlechter“, schloss Kirchebner. Doch am Ende stimmten nur die Grünen und Casotti für den Antrag, 16 Mandatare dagegen. (md)


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