Innsbrucker Städtepartnerschaft mit Krakau für Grüne am Prüfstand

Sollte nun die Stadtregierung in Krakau die Erklärung zur LGBT-freien Zone unterzeichnen, wollen die Grünen die Städtepartnerschaft bis auf Weiteres ruhend stellen.

Setzen ein Zeichen für die LGBT-Gemeinschaft: Vanessa Community und Thomas Lechleitner.
© Wolchowe

Innsbruck –Die Städtepartnerschaft zwischen Innsbruck und Krakau stellen nun die Grünen in Frage. Innsbruck habe eine klare Position zu den Themen Vielfalt, Akzeptanz und Sicherheit. Mit öffentlich sichtbaren Symbolen unterstütze man die lokalen Lesben- und Schwulenvereine, kurz die LGBT-Community, erklärt der grüne Bezirkssprecher und Innsbrucker Gemeinderat Thomas Lechleitner. Ganz anders sieht es in Polen aus. Dort haben sich bereits um die 100 Gemeinden zur LGBT-freien Zone erklärt. „Anfeindungen, Verfolgung und Gewalt stehen für Schwule und Lesben dort an der Tagesordnung. Europaweit vernetzt erreichen uns mittlerweile täglich Hilferufe und erschreckende Schilderungen der Situation vor Ort“, so Thomas Lechleitner.

Sollte nun die Stadtregierung in Krakau die Erklärung zur LGBT-freien Zone unterzeichnen, wollen die Grünen aufgrund von Unvereinbarkeiten mit der europäischen Grundrechtecharta, die Städtepartnerschaft bis auf Weiteres ruhend stellen. „In Deutschland und Frankreich haben bereits einige Städte ihre polnischen Partnerschaften aufgekündigt“, weiß Lechleitner. Das sei aber nicht im Sinne der Grünen. Sie wollen die Kommunikation weiterhin aufrechterhalten. „Wir lassen niemanden im Stich. Wir bieten weiterhin unser Know-how und unsere Netzwerke an. Das gilt für Krakau und alle LGBTIQ*-Vereine vor Ort“, so Lechleitner.

Bereits im Juni-Gemeinderat hat Lechleitner einen entsprechenden Antrag eingebracht, die Dringlichkeit wurde ihm aber nicht gewährt. Damit wird der Antrag im Juli-Gemeinderat behandelt. (dd)

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte