FP-Generalsekretär Schnedlitz: „Hoch gewinnen wir das nimma“

FP-Generalsekretär Michael Schnedlitz äußert sich zur Wien-Wahl. An NS-Jargon erinnert seine Aussage zu Türken: „Ein Unkrautbekämpfungsmittel ist nötig.“

„Dass die Grenzen wieder offen sind, ist gut“, sagt der Generalsekretär der Freiheitlichen, Michael Schnedlitz.
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Von Karin Leitner

Wien – Nach wie vor nicht gut liegt die Bundes-FPÖ laut Umfragen, bei den Gemeinderatswahlen in der Steiermark hat sie stark verloren. „Wir haben die Talsohle erreicht“, befindet Generalsekretär Michael Schnedlitz im Gespräch mit der TT. „Nun gilt es, Vertrauen zurückzugewinnen.“ Leicht sei das nicht – „wegen der Nachwehen der Ibiza- und Spesenclique von Heinz-Christian Strache“. Im Hinblick auf die Wien-Wahl im Oktober sagt er: „Hoch gewinnen werden wir das nimma.“ Das Wahlziel beziffert Schnedlitz nicht: „Das überlasse ich der Landesgruppe.“

2015 ist seine Partei auf 30,8 Prozent gekommen; nun wird ein großer Verlust prophezeit. Und Ex-FPÖ-Obmann Strache gehört zu den Konkurrenten. „Wir beschäftigen uns nicht mit Strache, das macht die Justiz“, sagt Schnedlitz. „Er muss erst einmal Unterschriften für die Kandidatur sammeln. Ich glaube ja nicht, dass jemand, der so viel Dreck am Stecken hat, in jedem Bezirk genügend Unterstützungserklärungen bekommt.“

„Nicht Samt-, Kettenhandschuhe sind gefragt“

Ist Norbert Hofer der Richtige, um die FPÖ aus der „Talsohle“ zu führen – kantiger Oppositionsmann ist er ja nicht? „In stürmischen Zeiten wird ein Ruhepol gebraucht. Und mit dem Koran-Sager („Corona ist nicht gefährlich. Da ist der Koran gefährlicher“) hat er Ecken und Kanten gezeigt.“ Die wollen die Blauen auch mit ihrer Reaktion auf die Angriffe türkisch-nationalistischer Gruppen auf linke, prokurdische Aktivisten in Favoriten zeigen. In Richtung ÖVP-Innenminister Karl Nehammer sagt Schnedlitz: „Nicht Samt-, Kettenhandschuhe sind gefragt.“ Es folgt ein Befund, der an unselige, dunkle Zeiten gemahnt: „Ein Unkrautbekämpfungsmittel, das das Problem bei der Wurzel – nämlich der ungezügelten Zuwanderung – packt, ist nötig.“ Des Landes zu verweisen seien Türken, „wenn sie sich nicht an Regeln halten“. Auch wenn sie hiesige Staatsbürger sind? „Das muss man sich rechtlich anschauen. Wenn sie eine Doppelstaatsbürgerschaft innehaben, ist das sicher möglich.“

Die FPÖ kampagnisiert auch gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung – mittels der Petition „Jetzt reicht’s! – Allianz gegen den Coronawahnsinn“. Ist das wegen der steigenden Infektionszahlen nicht zu stoppen? „Nein – weil das Chaos und der Wahnsinn von ÖVP und Grünen weitergehen. Auch wirtschaftlich und sozialpolitisch.“ Wie steht es mit der – wegen der Corona-Krise – „auf Eis gelegten“ Anti-ORF-Gebühren-Kampagne? Wird es die wieder geben? „Die wird derzeit von der ,Coronawahnsinn’-Kampagne überlagert. Was in Sachen GIS gegolten hat, gilt heute auch noch: Es wurden Gebühren auch während der Corona-Krise für Werbekampagnen verwendet, die keiner braucht. Das zeigt: Das Aus für die ORF-Gebühr ist notwendiger denn je.“

Nötig, bevor es die Regierung verfügt hat, war für die FPÖ, Grenzen ob des Virus zu sperren. Nun sind sie wieder offen. Behagt das? „Dass die Grenzen wieder offen sind, ist gut. Die erste Welle hat uns das Virus ins Land gebracht. Jetzt nehmen nur die Zahlen zu. Man kann die Wirtschaft nicht umbringen.“ Gegen Maskenpflicht ist er: „Wir wissen, dass die Masken in der Eindämmung von Infektionen wirkungslos und nur ein Zeichen der Angstmache sind. Wir können gleich in den Orient auswandern, wenn wir uns wieder verschleiern.“


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