Ein Museum, ein Amt und ein Appartement: Wirbel um Schloss Anras

Die Beraterverträge des Landes und die Vorgänge beim Umbau von Schloss Anras wirbeln Staub auf. Bekanntlich sind für den Landesrechnungshof die Förderungen in Anras vom Land und der Landesgedächtnisstiftung nicht nachvollziehbar.

Die ehemalige Sommerresidenz der Bischöfe von Brixen soll für eine museale Nutzung adaptiert werden.
© Oblasser

Innsbruck – Die Beraterverträge des Landes und die Vorgänge beim Umbau von Schloss Anras wirbeln Staub auf. Bekanntlich sind für den Landesrechnungshof die Förderungen in Anras vom Land (696.000 Euro) und der Landesgedächtnisstiftung (450.000 Euro) nicht nachvollziehbar. Schließlich steht das Schloss Anras oder Pfleghaus im Eigentum der privaten Messerschmitt Stiftung.

Die Kritik will der Vorsitzende des Kuratoriums der Landesgedächtnisstiftung Herwig van Staa so nicht hinnehmen. „Die Messerschmitt Stiftung hat in den vergangenen Jahren hohe Millionenbeträge im Land Tirol und in Südtirol für die Rettung und Erhaltung des baukulturellen Erbes zur Verfügung gestellt.

Unter Einbeziehung und ständiger Kontaktnahme mit dem Bundesdenkmalamt / Landesstelle Tirol, der Kulturabteilung und dem Justiziariat ist es gelungen, konsensuale und vernünftige Lösungen für das Pfleghaus Anras zu erarbeiten, die derzeit in Umsetzung sind.“ Zwei Stöcke sollen laut Van Staa museal genützt werden, einen Stock bezieht das Gemeindeamt. Detail am Rande: In der letzten Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 ist im Erdgeschoß auch ein Appartement (!) vorgesehen.

Herwig van Staa verteidigt die Förderungen für Schloss Anras.
© Rachlé

Kein Verständnis dafür hat SPÖ-Vorsitzender Georg Dornauer. „Die lose fundierte Millionen-Förderung für Schloss Anras und die massive Kritik des Landesrechnungshofes am Vorgehen der schwarz-grünen Landesregierung sind nur die jüngsten Belege: Tirol braucht eine echte Transparenzdatenbank.“ Es müsse eine Datenbank geben, in der die Verträge der Landesregierung bzw. des Landes unmittelbar nach Vergabe des Auftrags veröffentlicht werden. FPÖ-Parteichef Markus Abwerzger nimmt das Kulturfördersystem der Landesregierung unter Beschuss und spricht von einer Dauerbaustelle. (pn)

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