Tiertransport-Gipfel brachte keine konkreten Ergebnisse

Nun gelte es Alternativen zu dem Lebendtransport von Rindern in Staaten außerhalb der EU zu finden, bzw. für den Transport „ganz junger Kälber“ innerhalb der EU. So könnten bei Zuchtprogrammen statt der Lebendrinder nur ihr tiefgekühltes Sperma versandt werden. Anschober setzt hier auch auf die EU, wo sich ein Untersuchungsausschuss dieses Themas in den nächsten Wochen annehmen werde. Außerdem soll die öffentliche Hand in ihren Kantinen vermehrt auf Regionalität setzen.

Am Treffen teilgenommen hat auch Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens. Seinen Angaben zufolge werden jährlich über 50.000 Kälber ins Ausland transportiert, bis nach Algerien, Usbekistan und den Iran - während gleichzeitig das Fleisch von über 100.000 Kälbern importiert wird. 41 Prozent dieser exportierten Kälber seien jünger als 28 Tage, rechnet Bohrn Mena vor. Er zeigte sich aber zufrieden darüber, dass alle Teilnehmer an dem Tierschutzgipfel mit den Exporten unzufrieden seien.

ÖVP und Bauern verwiesen nach dem Treffen auf eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung und die EU. ÖVP-Tierschutzsprecher Franz Eßl sieht Österreich ohnehin gut aufgestellt, vielmehr sei die EU gefragt. Und er betont, dass „es nicht darauf ankommt, ob Tiere transportiert werden, sondern unter welchen Bedingungen der Transport erfolgt“. „Tiertransport bedeutet nicht automatisch Tierleid“, so Eßl.

Und auch Bauernbund-Präsident Georg Strasser betont, dass „Tiertransporte ein normaler landwirtschaftlicher Vorgang und somit notwendig sind“. Ziel sei es, dass mehr Fleisch im Inland verarbeitet und konsumiert wird. „Somit können wir einen Teil der Tiertransporte reduzieren und Absatzwege für bäuerliche Betriebe stärken“, erklärte Strasser.

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ lobte das gute Gesprächsklima beim Gipfeltreffen, fordert aber eine Systemumkehr ein. „Durch Import von Billigfleisch, das dann in Handel und Gastronomie landet, und Exporte von lebenden Tieren wird ein krankes System gefördert. Damit muss jetzt Schluss sein“, so Direktorin Eva Rosenberg.

Der „Verein gegen Tierfabriken“ (VGT) meinte, dass schon mit der Einhaltung bestehender Gesetze viel geholfen wäre. „Wenn die hoch gepriesene ‚regionale Landwirtschaft‘ nicht ohne Tiertransporte in Drittstaaten auskommt, dann ist das die Bestätigung, dass etwas mächtig schiefläuft. Die Exporte von weiblichen Rindern aus Österreich dienen in erster Linie dazu, den hiesigen Markt zu entlasten“, so der VGT.

Die Landwirtschaftskammer sieht „die Bäuerinnen und Bauern auf dem richtigen Weg“. Gleichzeitig würden sich diese aber in der EU in einem offenen Markt befinden, weshalb Änderungen nicht einseitig, sondern auf EU-Ebene anzupacken seien. „Ja zu strengsten Standards, aber im europäischen Gleichklang“, so deren Präsident Josef Moosbrugger. Er warnt vor nationalen Alleingängen und einem „Schuss des österreichischen Tierschutzes ins eigene Knie“.


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