Studie in Osttirol: Beim Weg zur Arbeit auf den Pkw verzichten

Der eigene Pkw ist für viele Osttiroler das Mittel der Wahl, um zur Arbeit zu kommen. Eine Studie zeigt Alternativen auf.
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Von Catharina Oblasser

Lienz – In Osttirol fahren 85 Prozent der Arbeitnehmer mit ihrem eigenen Auto zum Arbeitsplatz. Das ergibt die Werkverkehrsstudie, die im Auftrag der Entwicklungsagentur Innos erstellt wurde. Zehn große Osttiroler Firmen haben mitgemacht, 1444 Angestellte aus diesen Firmen gaben Auskunft über ihr Mobilitätsverhalten – mit dem oben genannten Ergebnis. Allerdings erklären 40 Prozent der Befragten auch, in letzter Zeit über den Umstieg auf ein anderes Verkehrsmittel nachgedacht zu haben.

Die Werkverkehrsstudie soll ein erster Schritt in Richtung mehr Umweltschutz und bessere Nutzung von Öffis sein. Die beteiligten Unternehmen – davon befinden sich fünf im Pustertal, drei im Bereich Lienz und zwei im Iseltal – haben aber auch handfeste wirtschaftliche Gründe, ihren Mitarbeitern die Anfahrt mit Bus, Bahn oder auch Fahrrad zu ermöglichen: den Flächenverbrauch für Parkplätze. Frank Jürgen Hess, Leiter des Waffelherstellers Loacker in Heinfels, bringt es auf den Punkt: „Zurzeit haben wir 380 Mitarbeiter und etwa 200 Parkplätze auf dem Firmengelände. Wenn Loacker im Endausbau etwa 600 Personen beschäftigt, müssten wir um viel Geld entsprechend Parkplätze dazubauen. Dieses Geld würde die Firma lieber anderswo verwenden.“

Die Betriebe im Pustertal haben grundsätzlich eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, sie liegen einerseits an der Bahnlinie und andererseits an der B100, könnten also mit Bussen erreicht werden. Dem stehen die Beginn- und Endzeiten der Schichtdienste entgegen, die nicht mit den Fahrplänen zusammenpassen, sagt Hess.

An diesem Problem zu arbeiten, ist Schritt zwei des Projekts. Die Anreisedaten der verschiedenen Mitarbeiter werden anonymisiert zusammengefasst, daraus leitet sich dann ein konkreter Bedarf für Züge bzw. Busse für die Pendler ab. Auf dieser Basis sollen Gespräche mit dem Verband für öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV erfolgen.

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