Mindestens 239 Tote bei tagelangen Unruhen in Äthiopien

Die Polizei in Äthiopien hat die Zahl der Todesopfer der schweren Unruhen in der vergangenen Woche stark nach oben korrigiert. Mindestens 239 Menschen seien getötet worden, sagte der stellvertretende Polizeichef der Region Oromia, Mustafa Kedir, am Mittwoch im staatlichen Fernsehen. Zuvor hatte die Polizei von 166 Toten gesprochen.

Die landesweiten Proteste waren durch die Ermordung des beliebten Sängers Hachalu Hundessa ausgelöst worden. Nach Angaben der Behörden sind die Todesfälle auf Einsätze der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten sowie Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen zurückzuführen. Mehr als 3.500 Menschen seien im Zuge der Proteste verhaftet worden, sagte Mustafa.

Der in der vorigen Woche ermordete Sänger Hachalu gehörte den Oromo an, der größten Volksgruppe in Äthiopien. In seiner Musik hatte er oft das Gefühl der Oromo ausgedrückt, wirtschaftlich und politisch benachteiligt zu werden.

Äthiopien mit seinen 100 Millionen Einwohnern ist ein Vielvölkerstaat, in dem es immer wieder Spannungen zwischen den Volksgruppen gibt. Die Behörden machten wiederholt die Rebellengruppe Oromo Liberation Army und die oppositionelle Tigray-Volksbefreiungsfront für die Unruhen verantwortlich.


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