Taxilenker wussten von illegaler Party in Innsbrucker Sillschlucht

Erst ein Notfall machte Polizei und Magistrat auf das illegale Fest in der Sillschlucht aufmerksam. Die Taxilenker wussten mehr.

Eine Taxikolonne wie nach einer Ballnacht. Allerdings nicht vor dem Congress, sondern beim Sonnenburger Hof.
© Bergrettung Innsbruck

Innsbruck – „Wenn man an einem wolkenlosen Sonntag um 6.15 Uhr zu einem Intox (Vergiftung durch z. B. Alkohol) alarmiert wird, kommt auch der erfahrenste Bergretter zum Staunen.“ So beginnt der Bericht der Innsbrucker Bergrettung über den Einsatz bei der Goaparty in der Innsbrucker Sillschlucht.

Für Staunen sorgten schon bei der Anfahrt die Taxis, die sich wie nach einer rauschenden Ballnacht am Parkplatz beim Sonnenburger Hof drängten. Im Gegensatz zu Polizei und Stadtmagistrat war den Taxilenkern offenbar bekannt, dass in der Sillschlucht ein „gesellschaftliches Großereignis“ mit rund 1000 Besuchern stattfand. „Ein Taxilenker hat mir gesagt, dass das Fest schon seit zwei Tagen geht“, erzählt Ortsstellenleiter Bruno Berloffa. Auch die späten Gäste wussten, wo sie am Sonntagmorgen ein Taxi finden konnten. So war’s für die Bergretter gar nicht einfach, auf dem schmalen Weg zum Patienten in der Sillschlucht an den Besuchern vorbeizukommen. Auch die Suche nach dem 22-Jährigen mit der Alkoholvergiftung war recht mühsam: „Wir mussten uns bei den verbliebenen Besuchern durchfragen, erhielten aber nur vage Auskünfte“, erzählt Berloffa: Als die Bergretter den Patienten endlich fanden, „war er bereits unterkühlt. Aggressiv war er nicht, kooperativ aber auch nicht.“ Schließlich mussten die Helfer den 22-Jährigen mit der Trage über den schlammigen Steig zum Sonnenburger Hof schaffen. „Danach waren wir durchgeschwitzt“, so Berloffa. Erst durch den Notfall erfuhren auch Polizei und Magistrat vom illegalen Fest.

Elmar Rizzoli, Sicherheitschef des Stadtmagistrats, sucht weiterhin nach den Organisatoren der illegalen Party: „Bislang aber leider ohne Erfolg.“ (tom)


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