Land zahlte 7500 Euro für Erklärvideos zu Corona

Die stolze Summe von rund 7500 Euro brutto hat das Land Tirol für Ausarbeitung und Erstellung eines Erklärvideos zum Thema Home-Schooling „inklusive des Verbesserungsauftrages“ ausgegeben.

Das neue Video befasst sich mit den Abstandsregeln im Kindergarten, das erste zum Thema Home-Schooling wurde gelöscht.
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Innsbruck – Die stolze Summe von rund 7500 Euro brutto hat das Land Tirol für Ausarbeitung und Erstellung eines Erklärvideos zum Thema Home-Schooling „inklusive des Verbesserungsauftrages“ ausgegeben. Das teilte man LA Markus Sint (Liste Fritz) in einer Anfragebeantwortung mit. Der Beitrag, in dem geschildert wurde, wie Mütter zuhause alles managen, hatte Ende April für Kopfschütteln gesorgt. Damit findet die Causa unter dem Titel „Gut gemeint, ist nicht immer gut getroffen“ ihr Ende. Das Land Tirol hatte das Video nach wenigen Tagen aus dem Netz genommen. Begründung: Man könne das besser.

Feministin Maria Wolf von der Universität Innsbruck sicherte den Erklärfilm und wird ihn für künftige Lehrveranstaltungen über „geschlechterdifferenzierende Arbeitsteilung in und zwischen Familien- und Berufsarbeit“ verwenden. Bei dem Film „auf Volksschulniveau“ habe sie zuerst an einen Scherz geglaubt, sagte sie. Die angeblich heile Welt der Tiroler Mittelschichtfamilie werde allen als Lösung vor die Nase gehalten. „Diese könne es sich leisten, dass die Mutter zu Hause rund um die Uhr für alle sorgt. Diese Mutter ist es, mit der alle perfekt durch die Krise kommen“, so Wolf.

Nun kann man die Verbesserung auf der Homepage des Landes ansehen. Diesmal geht es aber nicht ums Home-Schooling, vielmehr wird Kindern erklärt, warum man Abstand halten muss. Sints Kommentar dazu: „Die Kinder sollen also Abstand halten. Die Platter-Regierung hätte besser auch Abstand von diesen Filmchen gehalten. Die 7500 Euro hätten wir weitaus besser verwenden können.“ (pla)

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