BrauKunstHaus eröffnet: Prickelndes Gemisch aus Bier und Kultur im Zillertal

Das Zillertal ist um eine Indoor-Erlebniswelt reicher: Das neue BrauKunstHaus von Tirols ältester Privatbrauerei öffnete am Donnerstag in Zell erstmals seine Pforten.

Multimedia-Künstler lassen den Gärungsprozess zum Erlebnis werden.
© Dähling

Von Angela Dähling

Zell a. Z. – Die Idee gärte gut 15 Jahre lang im „Zillertal Bier“-Familienbetrieb. Ab sofort kann sie genossen werden: Am Donnerstag öffnete das BrauKunstHaus von Tirols ältester Privatbrauerei seine Pforten.

📽 Video | Zillertal Bier eröffnet BrauKunstHaus

Auf einer Ausstellungsfläche von über 5000 Quadratmeter erwartet die Besucher direkt beim Brauereibetrieb nahe der B169 auf drei Etagen ein multimedial inszenierter Rundgang, der weit über das Thema „Bierproduktion“ hinausgeht. Denn neben Infos zur Rohstoffauswahl und der Veranschaulichung des Brauprozesses mithilfe aufwändiger Videoinstallationen werden auch Kultur und Traditionen des Zillertals dem Besucher auf unterhaltsame Weise nähergebracht. „Das BrauKunstHaus spiegelt auch die DNA des Tales wider“, beschreibt Innenarchitekt Tristan Kobler die unkonventionelle Ausstellung. Über den Dialekt, die Musik und natürlich auch das Gauder Fest erfährt man in alten wie neueren Bildern und Filmen viel Amüsantes und Interessantes. Der Spaß kommt ohnehin nicht zu kurz: In der Jodelstation kann man sich im Jodeln üben und einen klingenden Gruß per Mail nach Hause schicken.

GF Martin Lechner.
© Dähling

Aber auch viel Wissenschaftliches wurde in Zusammenarbeit mit Experten der Tiroler Landesmuseen aufgearbeitet und erlebbar gemacht. „Und es gibt so manches spezielle Detail, das erst auf den zweiten Blick sichtbar wird“, erläutert Filmemacherin Melanie Hollaus, die für dieses Projekt das Mikrofon auch einmal 24 Stunden in den Gärkessel hielt.

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Das Besondere ist zudem, dass sich die Erlebniswelt mit der realen, nachhaltigen (da müllfreien) Bierproduktion mischt und der Besucher von einer Galerie aus den gesamten Abfüllprozess des Bieres in die Flaschen mitverfolgen kann. „Wir haben 2012 beim Neubau unserer Brauerei bereits darauf geachtet, dass sich später ein solches BrauKunstHaus verwirklichen lässt“, sagt Zillertal-Bier-Geschäftsführer Martin Lechner. Auch ein Seminarraum, ein Verkostungslokal samt Terrasse und ein Merchandisingsortiment gehören zu der neuen Attraktion.

Berater Andreas Braun.
© Dähling

Als Berater holte Lechner den Tourismusexperten Andreas Braun ins Boot. Braun spannte am Donnerstag bei der Präsentation den Bogen zwischen Bier (und der im Eintrittspreis inkludierten Verkostung) und Kunst schmunzelnd mit einer Zitatwiedergabe: „Realität ist die Illusion, die aus Mangel an Alkohol entsteht.“ Das Zillertal habe laut ihm ein Überangebot an problematischen Tourismusangeboten. 60 € für die Vollpension im 4-Sterne-Haus nannte er als Beispiel. Beim BrauKunstHaus habe man indes auf schnelle Rendite verzichtet und hochwertige Qualität geschaffen.

Auskunft darüber, wie viel der Familienbetrieb in das Prestigeprojekt investiert hat, wollte Martin Lechner nicht geben. Lechner: „Es geht hier darum, langfristig zu denken, und um Nachhaltigkeit.“


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