Wirecard-Manager soll FPÖ-Informant gewesen sein

Nach einem Bericht der „Presse“ soll der untergetauchte Wirecard-Manarger Jan Marsalek die FPÖ mit Informationen aus dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) versorgt haben. FPÖ-Obmann Norbert Hofer wies in der „Zib2“ die Vorwürfe zurück und erklärte, er kenne Marsalek nicht.

Marsalek, der unter anderem wegen Betrug und Bilanzfälschung im Wirecard-Skandal international gesucht wird, soll über den Mittelsmann Florian S. Informationen an den damaligen FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus weitergegeben haben. „Die Presse“ berichtet, durch Recherchen in der Ibiza-Affäre sei man auf dem Handy von Gudenus auf Chats zwischen ihm und Florian S. gestoßen. In den Chat-Protokollen sei mehrfach von „Jan“ die Rede und „Presse“-Recherchen würden nun zeigen, dass es sich eben um Jan Marsalek handle. Marsaleks Informationen hätten das Misstrauen der FPÖ gegenüber der ÖVP geschürt und schließlich auch zur Hausdurchsuchung im BVT maßgeblich beigetragen.

Hofer erklärte dazu in der „ZiB2“, dass er Marsalek nicht kenne. Und ein Mitarbeiter des früheren Innenministers Herbert Kickl habe ihm versichert, dass es auch dort keinen Kontakt mit dem Mann gegeben habe. Kickl selbst habe er vorerst nicht erreicht, erläuterte Hofer.

Gudenus erklärte dazu gegenüber der „Presse“: „Als Politiker habe ich ständig Informationen aus etlichen Bereichen bekommen - es ist das Normalste der Welt. Dass es eine Gegenleistung gab, kann ich ausschließen.“ Und: „Manchmal habe ich die Informationen weitergeleitet, manchmal nicht. Wie man diese bewertet, steht auf einem anderen Blatt Papier.“

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Die SPÖ-Abgeordnete Ruth Becher sagte, damit „richtet sich das Scheinwerferlicht in dem Milliardenskandal auf die FPÖ“. Ihrer Ansicht nach erhöhen die Erkenntnisse aber auch den Druck auf Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), sich zu erklären. Sie erinnerte daran, dass sie bereits vor zwei Wochen eine parlamentarische Anfrage an Kurz gerichtet habe. Becher sprach von einem Naheverhältnis zwischen Kurz und dem Wirecrad-Chef Markus Braun, der sich in Deutschland verantworten muss, und von einer Spende Brauns von 70.000 Euro an die ÖVP.


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