Boliviens Übergangspräsidentin mit Coronavirus infiziert

Die bolivianische Übergangspräsidentin Jeanine Anez hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Sie sei positiv auf den neuartigen Erreger getestet worden, teilte die 53-Jährige am Donnerstag in einem Video auf Twitter mit. Ihr gehe es gut, und sie werde von zuhause aus arbeiten. Anez wird sich eigenen Angaben zufolge nach 14 Tagen Quarantäne einem weiteren Test unterziehen.

Auch drei Mitglieder von Anez‘ Kabinett haben sich mit dem Coronavirus infiziert, darunter die Gesundheitsministerin. In Bolivien wurden bisher insgesamt knapp 43.000 Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus verzeichnet. Die offizielle Zahl der Todesopfer der Pandemie im Land lag am Donnerstag bei 1.577.

Die konservative Politikerin kam ins Amt, nachdem der langjährige linksgerichtete Staatschef Evo Morales im vergangenen November unter dem Druck wochenlanger Proteste zurückgetreten war. Am 6. September sollen in dem südamerikanischen Land Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattfinden. Die Wahlen waren ursprünglich für Anfang Mai angesetzt gewesen, aber wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Anez kandidiert bei den Wahlen für das Präsidentenamt.

Bolivien ist nicht das erste südamerikanische Land, in dem das neuartige Virus die Staatsspitze erreichte. Am Dienstag hatte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro bekanntgegeben, positiv auf den Erreger getestet worden zu sein. In Zentralamerika hatte sich der honduranische Präsident Juan Orlando infiziert und musste im Krankenhaus behandelt werden.

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