Ischgl und Corona: „Wir befanden uns fast in Schockstarre“

Die Corona-Ansteckungen haben die bisher heile Welt im Tourismus-Hotspot Ischgl gehörig ins Wanken gebracht. Gemeinde, Seilbahnen und Tourismusverband wollen die Verbreitung von Ischgl aus nicht wegdiskutieren und bedauern die Auswirkungen.

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Günther Eigentler • 11.07.2020 15:13
Nein, liebe Frau Epaperkunde, in den Medien wird nicht alles wahrhaftig dargestellt. Aber in sehr vielen, vor allem nicht lokalen und ausländischen, wird versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Keinesfalls wird versucht zu vertuschen. Entschuldigen Sie, aber so wie Sie sich lesen, sind Sie die geborene Jasagerin. Als solche läuft man schlimmsten-falls Gefahr, das Leben rascher zu verlieren. Z.B. in einer Gondel, die einen – um Ihre Wortwahl zu gebrauchen – in den Abgrund reißt. Eine abwegige Vorstellung? Nein, ganz und gar nicht. Lesen Sie dazu einmal an einem ruhigen Sonntagvormittag folgenden positiv ergangenen Bescheid der BH und des Landes Tirol mit der Bezeichnung U-UVP-7/1/2-2015 vom 19.11. 2015 durch. Zitat daraus: "Aus dieser Beobachtung kann geschlossen werden, dass eine unbefristete Dauerhaftigkeit der Seilbahnanlage, aber auch die dauernde Betriebssicherheit nicht gewährleistet werden kann. Erosionsprozesse und Nachbrüche treten im Zuge von extremen Niederschlagsmengen und bei Schneeschmelze auf. Das heißt, die Dauerhaftigkeit und die Betriebssicherheit kann auch mittels Nebenbestimmungen nicht erreicht werden." PS: Der Bescheid wurde durch einige wenige Leute mit Hirn und den sehr verantwortungsbewusst agierenden Verwaltungs-gerichtshof zu Fall gebracht. Die lokalen Medien haben ihn trotz Aufforderung unter den Teppich gekehrt. Liebe Frau Brigitte Epaperkunde, es braucht eben Leute, die - ganz entgegen Ihrer Vorstellung - einer Sache auf den Grund gehen und so vielleicht Sie und andere schützen. Dass diese Leute auch Fehler haben, das werden sie allerdings keinesfalls zurückweisen.
Brigitte Epaperkunde • 11.07.2020 14:13
An alle, die gar soooo kritisieren: a) wird in den Medien immer alles wahrhaftig dargestellt? Denn ist dieses überhaupt möglich? Bei 2 Nachfragen ergeben sich 3 Versionen, bei Nachforschungen x Meinungen usw. usw. Die Medien bekommen, auch bei bestem Wissen und Gewissen, NIE die GANZE Wahrheit zu hören und, jeder Reporter und Journalist ist Mensch, hat auch eine Meinung und:... berichtet! b) die Schuld IMMER auf ANDERE zu schieben, ist der unbestritten einfachste Weg und wird nur zu gerne gewählt. Es haben ALLE Fehler gemacht von der Politik bis zur angestellten Apres Ski-Bedienung. Dabei ist jemand vergessen worden: nämlich der Gast, der seit fast 1 Generation die Saufgelage gegen gutes Geld kräftig unterstützt. c) Wie ist denn das bei Ihnen mit der Wahrheit? Wie ehrlich beantworten Sie die Frage "wie geht's" bei einer auseinanderbröckelnden Familie???? Im Kleinen: Wie oft werden Lieferschwierigkeiten vorgeschoben bei verspäteter Bestellung!!?? Also Ihr alle: bleibt am Boden, lasst die Ischgler das, was sie sich selbst eingebrockt haben, ausbaden bzw. bereinigen (es geht auch um Wirtschaft einer Region!), informiert Euch viel, aber kritisch in den Medien und wenn Ihr dann eine Meinung habt, die menschliche Achtung nicht vollends in den Abgrund reisst, dann, ja dann: macht Euch einfach nicht so wichtig oder ward Ihr die letzten 20 Jahre Fehlentwicklung stäöndig präsent?????
Florian Zechel • 11.07.2020 16:27
Kann nur sagen, typischer Fall von Täter Opfer Verdrehung
Susanne Singer • 11.07.2020 13:10
Interessante Ergänzungen zum Thema in anderen Medien: https://www.derstandard.at/story/2000118642963/auf-corona-folgt-in-tirols-quarantaenegebieten-der-streit-ums-geld https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Corona-Zuschuesse-Haben-die-Hoteliers-in-Ischgl-fuer-das-Geld-getrickst-id57711061.html Hoffentlich kommt alles ans Tageslicht, was sich da wirklich abgespielt hat!
Florian Zechel • 11.07.2020 13:42
Uiuiui, und die Artikel fast zeitgleich, nein das kommt nicht gut an.
Florian Zechel • 11.07.2020 08:50
Die Darstellung, wir haben's ja versucht, aber man hat uns keine Gelegenheit gegeben, die Lage zu erklären, kommt leider sehr spät und sehr unbeholfen daher. Mehrere Fernsehsender, neben den vielleicht reißerischen Privatstationen durchaus auch deutsche Spitzenmedien, versuchten über Wochen ja Monate sich ein Bild zu machen vor Ort. Es wurden alle Interviews abgelehnt, auch Wochen nachher blieben schriftliche Anfragen unbeantwortet. Dazu kam das Decken Tarnen und Täuschen der Tiroler Behörden, aus technischen Gründen werden Fragen aus dem Ausland abgelehnt. Selbst der ORF musste sich mit Archivaufnahmen aushelfen, um die Lage zu erklären. Die Schuld nur an Ischgl anzuhängen, wäre tatsächlich zu billig. Nein, es sind die Seilschaften und Netzwerke zwischen Touristikern, Seilbahnern, Verbänden,Politik und Behörden. Da viele Position parallel besetzt sind, wird schnell klar, niemand sägt am eigenen Ast, oder wer sich als erster bewegt, hat verloren.
Florian Zechel • 11.07.2020 10:34
Und die intakte Natur, naja das sollten besser die bewerten, welche noch nicht geblendet sind von tausenden Schneekanonen oder Pistenkilometern. Piz val Gronda war ein billiger Kuhhandel, man verfrachtete das Schutzgebiet halt dahin, wo durch Südsteillage ohnehin nie eine Bahn gebaut würde, die geschützten Vögel dürfen jetzt in den Grundlawinen brüten. Rund um die Greitspitze bröckeln Pisten und Wege ab, kein Problem, dutzende Bagger und Sprengmeister haben die Natur fest im Griff. Die Anreise erfolgt durch tausende Flüge, tausende Taxifahrten und noch mehr individuell, nur nicht öffentliche. Außer die Tagesbustouristen, welche neben bissl Schirutschen hauptsächlich feiern wollen. Bin gespannt, ob wirklich irgendwann Corona als Grund hergenommen wird, wirklich einmal umzudenken.
Günther Eigentler • 11.07.2020 07:29
Hm. Wieviel Geld da wieder einmal im Hintergrund geflossen ist? Der Ablauf lässt sich für die meisten Tiroler leicht nachvollziehen. Das Muster: a) Lade mal den kleinen Maxi zum Interview und lass ihn aus drei Mündern seine Weltsicht erklären, b) Vertusche dabei, dass diese Weltsicht sehr einge-schränkt ist und bläue ihm ein, jegliche Trotzreaktion standhaft zu unterdrücken. Er soll leidgeprüft dargestellt sein. Das hilft ja immer. c) Als Interviewer kehre die Tatsache, dass der eine oder andere Ischgler Betrieb zu Zeiten von Corona keine Betriebsgenehmigung hatte, einfach unter den Tisch. Damit beugst du vor, dass Ischgl gar so etwas erfahren wird wie seine aus der Gier entstandene zertrümmerte Naturland-schaft.

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