Screening-Tests in Tirol noch auf der Warteliste

Österreichweit läuft ein spezielles Screening-Corona-Programm für Lebensmittelerzeuger mit Kühlräumen. In Tirol wird noch nicht getestet.

In Österreich wurden bereits 40 der größten Schlachthöfe von der AGES für eine freiwillige – vom Bund bezahlte – Testung angeschrieben bzw. teils deren Mitarbeiter getestet.
© Rachlé

Von Liane Pircher

Innsbruck –Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kündigte vor Kurzem ein Screening-Programm für Betriebe an. Auslöser dafür waren die Corona-Fälle in oberösterreichischen Fleischbetrieben. Getestet wird präventiv überall dort, wo es um Alten- und Pflegeheime, Schlachthöfe oder Wohnverhältnisse der Mitarbeiter geht.

Insgesamt sollen im Speziellen auch Betriebe unter die Lupe genommen werden, die mit großen Kühlhäusern arbeiten (Fleisch, Gemüse etc.) – nicht zuletzt deshalb, weil sich „winterähnliche“ Betriebsverhältnisse ungünstig auf die Verbreitung des Virus auswirken. So dürfen Räume, in denen Fleisch zerlegt wird, nicht 12 Grad Celsius an Temperatur überschreiten, Kühlräume haben ein Grad. Die Tests sind freiwillig. Der Bund übernimmt die Finanzierung.

Rund 240 Mio. Euro für das Screening-Programm

Die Tests werden von Anschober als eine der wichtigsten Vorbereitungen auf den Herbst angesehen. Von den ersten 2744 Tests waren bis dato 10 positiv. Bis jetzt wurden 40 der größten Schlachthöfe in Österreich für diese freiwilligen Tests kontaktiert, diese würden 90 Prozent der Fleischverarbeitung in Österreich erledigen, heißt es seitens der AGES (Agentur für Ernährungssicherheit).

Getestet wird seitens der Betriebsärzte bzw. vom Roten Kreuz, die AGES übernimmt für das Ministerium das Probenmanagement. Rund 240 Mio. Euro stehen für das Screening-Programm bis Jahresende zur Verfügung. Tiroler Schlachthöfe waren bis dato keine dabei – sollen aber laut AGES auch auf dem Plan stehen. In Tirol gibt es allerdings nur kleinere Schlachthöfe, so zählt etwa der Schlachthof Tirol-Mitte 20 Mitarbeiter: „Wir haben kein Problem mit dem Abstand-Einhalten von einem Meter, würden aber auf jeden Fall bei einem freiwilligen Test mitmachen“, sagt Betreiber Josef Mayr.


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