Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen: Vier Jahre Haft für brutalen Türsteher

Eine Meinungsverschiedenheit mit einem unbeherrschten Türsteher hatte für einen jungen Tiroler fatal geendet.
© Böhm Thomas

Dass man in zivilisierten Gesellschaften besser schlagfertig als schlagkräftig sein sollte, hat sich in Österreich spätestens seit der Strafverschärfung bei Gewaltdelikten herumgesprochen. Absichtlich schwere Körperverletzungen sind so mittlerweile mit Strafrahmen von ein bis zehn Jahren Haft versehen. Bis zu fünfzehn Jahre Haft drohen gar, wenn das Opfer so schwer verletzt ist, dass sich dies in einer schweren Dauerfolge äußert.

Dies alles war wohl einem rumänischen Türsteher letzten August vor einem Innsbrucker Lokal nicht bewusst gewesen. Damals hatte ihm das Aussehen eines gebürtigen Österreichers nicht gepasst – konkret war es um die Haarpracht gegangen. Nach einer Diskussion verpasste der Türsteher dem Arbeiter dann einen massiven Fußtritt mitten ins Gesicht. Die Folgen waren fatal: Mittelgesichtsbruch, Bruch der Augenhöhle, Bruch der Kieferhöhle und des Jochbeins.

Am Landesgericht schilderte das Opfer dem Schöffensenat, dass es nun eine Metallplatte im Kopf trage. Der vormals so geliebte Sport hat seither Pause. Der 44-jährige Türsteher gab vor Richter Bernhard Rüßkamp zumindest ein Tatsachengeständnis ab: Nicht den Kopf, nur den Oberkörper des Besuchers habe er mit dem Tritt treffen und freilich niemanden schwer verletzen wollen. Die zwei bulgarischen Gehilfen des Mannes wollten vom Vorfall zunächst nichts bemerkt haben und hatten trotz oder angesichts der gravierenden Tat bei der Polizei Märchen erzählt. Staatsanwalt Hansjörg Mayr plädierte wiederum aufgrund der gravierenden Folgen für das Opfer für eine spürbare Strafe. Schon aus generalpräventiven Gründen ergingen so über den schon vorbestraften Türsteher vier Jahre unbedingte Haft.

Jeweils falsche Beweisaussage und versuchte Begünstigung durch die bulgarischen Mit­angeklagten wurden mit unbedingten ­Geldstrafen über 9600 Euro und 5760 Euro geahndet. Einer wollte den Türsteher decken. Der andere wollte selbst keine Probleme bekommen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

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Peilsender an teuren Fahrrädern waren im Februar letztlich einem Litauer zum Verhängnis geworden. Der Profi-Einbrecher war damals in St. Johann in ein Mountainbikegeschäft eingebrochen und hatte von dort 56 Räder im Wert von sage und schreibe 226.000 Euro in einen Lkw verfrachtet. Auf dem Weg nach Osteuropa klickten aber schon auf der A1 Richtung Am­stetten die Handschellen. Peilsender an E-Bikes (Bike Traxs) hatten der Exekutive die Fahrtroute verraten. Am Landesgericht ergingen für gewerbsmäßig schweren Einbruchsdiebstahl nicht rechtskräftig 18 Monate Haft – sechs davon unbedingt. Aufgrund der verbüßten U-Haft wurde der Litauer enthaftet. (fell)


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