Harte Zeiten für Biker: Lärmfahrverbot macht Schule in der Schweiz

Das Fahrverbot für laute Motorräder weckt Begehrlichkeiten in anderen Regionen. Allerdings formiert sich auch der Widerstand.

Wolfgang Mages aus Elmen kann seine fürs Außerfern zu laute Honda nur noch am Anhänger ausführen. Dass er sein Zweirad auch als Pendlerfahrzeug verwendet hat, bewahrt ihn nicht vor dem Fahrverbot.
© zeitungsfoto.at

Von Thomas Hörmann

Reutte – „Tirol macht es vor“, sagt die Schweizerin Gabriela Suter. Jetzt fordert die Nationalrätin wie im Außerfern ein Fahrverbot für Motorräder mit einem Standgeräusch von über 95 Dezibel. Nicht nur auf einigen Straßen wie im Bezirk Reutte, sondern in der gesamten Schweiz. Doch schon formiert sich der Widerstand. Die als streitbar bekannten Schweizer Motorradfahrer haben mit politischer Unterstützung bereits zu einer Demo am 1. August in Bern aufgerufen. Schon vor 17 Jahren konnten die Zweirad-begeisterten Eidgenossen mit einer Großdemonstration ein generelles Tempo-Limit von 80 km/h für Motorräder abwenden.

Das Tiroler Lärmfahrverbot weckt aber nicht nur in der Schweiz Begehrlichkeiten. Laut IG Moto, dem Dachverband der österreich­ischen Zweiradindustrie, gibt es mittlerweile in Niederösterreich, Kärnten und Vorarlberg Initiativen, die die umstrittene Tiroler Regelung übernehmen wollen. Auch in Deutschland bläst der Motorradszene seit Mai ein eisiger Wind entgegen. Dort schlug der Bundesrat der Regierung begrenzte Wochenendfahrverbote aus Lärmschutzgründen vor. Außerdem soll die Lautstärke von Motorrädern auf ein Maß reduziert werden, das technisch derzeit kaum umsetzbar ist.

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