Gefährlicher Blick aufs Smartphone: Kampagne soll in Tirol aufklären

Wer bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern den Blick für fünf Sekunden vom Verkehrsgeschehen abwendet, legt rund 140 Meter im „Blindflug“ zurück. Eine Tiroler Sicherkeitskampagne soll Verkehrsteilnehmer für Risiken sensibilisieren.

Markus Widmann (LPD Tirol), LHStv. Ingrid Felipe, LHStv. Josef Geisler, Bernhard Knapp (Landesabteilung Verkehrsrecht) und Martin Pfanner (KFV, v. l.) präsentierten die neue Verkehrssicherheits-Kampagne.
© Land Tirol/Graus

Innsbruck – Ein Fußgänger, der seinen Blick aufs Handy gerichtet, aber kein Auge für das herannahende Auto hat. Mit diesem und ähnlichen Motiven wollen das Land Tirol, die Tiroler Polizei und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) im Rahmen einer Kampagne auf die Gefahren der Ablenkung durch das Smartphone im Straßenverkehr hinweisen. Denn wer bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern den Blick für fünf Sekunden vom Verkehrsgeschehen abwendet, legt rund 140 Meter im „Blindflug“ zurück.

Die Informationsoffensive zielt dabei nicht nur auf Autofahrer ab – alle Verkehrsteilnehmer sollen angeregt werden, ihren Umgang mit dem Handy während ihrer Teilnahme am Straßenverkehr zu überdenken. „Oft sind es Ausreden wie ‚Das geht doch ganz schnell‘, mit denen der Blick aufs Smartphone während der Fahrt beschwichtigt wird“, weiß Verkehrsreferentin LHStv. Ingrid Felipe. Leider sei oft genau dieser ‚schnelle‘ Blick mitverantwortlich für mitunter tragische Verkehrsunfälle. „Wir wollen die Tirolerinnen und Tiroler dazu ermutigen, auf das Handy im Straßenverkehr zu verzichten und damit für mehr Sicherheit zu sorgen“, so Felipe.

Markus Widmann, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Tiroler Polizei, verweist ebenfalls auf die Gefahren der Handynutzung im Straßenverkehr: „Nach wie vor sind Verkehrsteilnehmer viel zu oft durch Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung, Schreiben und Lesen von Nachrichten oder Surfen im Internet abgelenkt, verursachen dadurch kritische Situationen und zum Teil auch schwerste Verkehrsunfälle.“ Die Tiroler Polizei nimmt Jahr für Jahr mehr als 12.000 Beanstandungen vor und versucht begleitend, den Betroffenen die besondere Gefährlichkeit ihres Handelns vor Augen zu führen.

Auch LHStv. Josef Geisler weiß um die Risiken, die der Blick auf den Handy-Bildschirm mit sich bringt, konkret: „Etwa hinter jedem dritten tödlichen Verkehrsunfall, zu dem es in Tirol im vergangenen Jahr gekommen ist, vermutet man Unachtsamkeit bzw. Ablenkung als Hauptursache. Dies führt uns vor Augen, wie wichtig es ist, die volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen zu richten. Mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen wollen wir daher die Menschen in Tirol auf die Gefahr der Handynutzung auf der Straße aufmerksam machen.“

Die Kampagne „Sei smart – kein Phoner“ startet heute im ganzen Land. (TT)


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