Frauendemo gegen Rassismus und Männergewalt verlief ruhig

„Gegen Faschismus, Rassismus und Frauengewalt“ hat sich eine Demonstration gerichtet, die am Freitagabend vom Columbusplatz in Wien-Favoriten in die Innenstadt gezogen ist. Anders als ähnliche gelagerte Proteste in Favoriten vor zwei Wochen verlief der Zug ruhig, Übergriffe von türkischen Nationalisten und Rechtsextremisten blieben auch wegen eines Großaufgebots mehrerer hundert Polizisten aus.

Es war eine Frauendemo, im Fokus der Teilnehmerinnen standen das Patriarchat und der Protest gegen die Gewalt an Frauen. Laut Polizei waren es rund 400 Manifestantinnen und Manifestanten, laut Organisatoren 500, die mitmarschierten. Die Männer, weit in der Minderzahl, wurden höflich, aber bestimmt nach hinten komplimentiert.

Mit Fahnen, bunten Bildern und kämpferischen Parolen setzte sich der Zug um 19.15 Uhr am Columbusplatz nach den Ansprachen in Bewegung. Zu sehen waren Transparente und Fahnen mit Parolen wie „Nehmt ihr uns eine antworten wir alle - gegen Femizide und Männergewalt“, „Wir lehnen das rassistische, sexistische und diskriminierende System ab“ oder „Feuer und Flammen dem Patriarchat, Kampf dem Sexismus im Alltag, bei der Arbeit und im Staat“. Auch in den Eröffnungsreden stand die Gewalt an Frauen im Vordergrund („Die Pandemie der Frauen ist das Patriarchat - es reicht“).

Ohne Attacken - neben den hunderten Beamten unter anderem der Einsatzeinheit Wien „Ulan“ waren auch zwei Polizeihubschrauber im Einsatz - zog die Demonstration lautstark aber friedlich durch Favoriten und Wieden bis zum Karlsplatz, wo gegen 20.30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfand. Auch von Pyrotechnik gab es kaum etwas zu sehen, lediglich einmal wurden auf der Wieden ein paar Rauchgranaten gezündet, die die Favoritenstraße in roten und grünen Dunst hüllten.

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„Polizeilich relevante Vorkommnisse gab es nicht“, resümierte Polizeisprecher Daniel Fürst. Auch Gegendemonstranten waren diesmal nicht zu sehen. Türkische Nationalisten hatten vor rund zwei Wochen mehrere Demonstrationen kurdischer und linker Aktivisten angegriffen. Innenminister Karl Nehammer, Integrationsministerin Susanne Raab (beide ÖVP) und der Wiener Landespolizeivizepräsident Franz Eigner hatten erst am Vormittag bekanntgegeben, dass nach den Übergriffen bereits erste Tatverdächtige ausgeforscht wurden. Demnach wurden bei acht Personen Straftaten eindeutig zugeordnet. Auch vier bis fünf Rädelsführer seien so gut wie identifiziert.


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