Streit um Burschlkirche in Landeck endet mit dickem Scheck

Rund um die Renovierung der Burschlkirche haben sich die Landecker Pfadfinder mit dem Pfarrer überworfen. Trotzdem haben sie gesammelt.

Richard Triendl, Andreas Pfenniger, Ingrid Bürger und Helmut Pflaume präsentierten einen Scheck für die Kirchenrenovierung.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck – Es war der letzte Akt eines rund 40-jährigen Engagements – und der Schlusspunkt unter einem Konflikt, der im letzten Jahr ausgebrochen ist. Die Aktionsgemeinschaft Sophie-Scholl (AGS), die aus den früheren Landecker Pfadfindern hervorgegangen ist, hat 16.758 Euro für die Renovierung der Landecker Burschl­kirche gesammelt. Die Eigentümer, die Pfarre Bruggen und allen voran Pfarrer Martin Komarek, waren aber nicht zur Präsentation dieser Summe geladen. Im vergangenen Jahr hat man sich mit ihm überworfen. So war es keine traditionelle Spendenübergabe. „Das wäre nicht in unserem Sinn, uns vor diesem wunderbaren Ort zu konfrontieren“, erklärte Richard ­Triendl von der AGS diesen Entschluss. „Das führt zu nichts.“

Die Burschlkirche hat ein massives Holzwurmpro­blem, die Sammlung zu ihrer Rettung sei eine „Herzensangelegenheit“ gewesen, so ­Triendl. Die Pfadfinder sind seit der letzten Renovierung in den 80er-Jahren eng mit dem Gotteshaus verbunden. „Die jungen Leute haben hier mit Hammer und Meißel gearbeitet und den gesamten Verputz abgespitzt“, erinnert Triendl an diese Zeit. Man habe aber nicht nur Schaufel und Pickel in die Hand genommen, sondern auch Spenden ­gesammelt.

Seit 2015 gab es außerdem einen Vertrag mit der Pfarre Bruggen, in dem sich die Pfadfinder verpflichteten, für den baulichen Erhalt der Kirche zu sorgen. Architekt Andreas Pfenniger nahm die Planungen für die Restaurierung in die Hand, nachdem der Holzwurm 2016 entdeckt worden war.

Dann der Streit: Die Aktionsgemeinschaft warf dem Pfarrer mangelnde Gesprächsbereitschaft vor, der betonte, die Gruppe sei herzlich willkommen mitzuarbeiten, aber unter der Führung des Pfarrkirchenrates. Man fühlte sich wohl auch überfahren, weil die AGS ein fertiges Projekt ausgearbeitet und auch Angebote eingeholt hatte. Es sei ein Projekt der Pfarre, so Komarek. Diese hat ihre eigenen – rund 344.000 Euro teuren – Restaurierungspläne nun vor wenigen Tagen vorgestellt.

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Die AGS fühlte sich auch wegen des Vertrages zuständig, die Leitung der Kirche habe man nie angezweifelt, sagt wiederum Pfenniger. Wie er betonte, werden die 16.758 Euro nun überwiesen, sobald der Auftrag für die Begasung des Kircheninnenraums gegen den Holzwurmbefall vergeben wird. Es sei wichtig, dass das noch in diesem Sommer geschehe, so Pfenniger. „Der Holzwurm ist unerbittlich.“ Er dankte den Spendern. Es gab eine Bausteinaktion, mit in der Summe enthalten sind auch die Sammlungen bei den Roratemessen, die die Gruppe in den letzten Jahren veranstaltet hatte. Bis zur Übergabe sei das Spendenkonto übriges noch offen. Den Schlüssel zur Kirche will man diese Woche zurückgeben.


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