Mit neuer Gesellschaftsform: Dolomitengolf in Lavant verlängert bis 2070

Der größte Golfplatz Tirols, die Dolomitengolf-Anlage in Lavant, bereitet sich auf die Zukunft vor. Die Pachtverträge mit den Grundbesitzern sollen bis 2070 verlängert werden, die Gesellschaftsform geändert.

Der Dolomitengolfplatz in Lavant ist mit 36 Loch die größte Golfanlage in Tirol.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lavant, Tristach – Mit 36 Loch ist der Golfplatz „Dolomitengolf“ in Osttirol der größte Tirols. Er erstreckt sich über 130 Hektar, zum Großteil in der Gemeinde Lavant. Seit dem Ausbau vor drei Jahren befinden sich auch 15 Hektar auf dem Gemeindegebiet von Tristach. Zwei große Hotels, nämlich das Vier-Sterne-Superior-Golfhotel und das Fünf-Sterne-Haus „Suites“ gehören ebenfalls zur Anlage. Die beiden Häuser zählen zur Firmengruppe des deutschen Hoteliers und Unternehmers Werner Hamacher.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Lavant war der Golfplatz Thema auf der Tagesordnung. Es ging um die Verlängerung der Pachtdauer für die Flächen. Nach aktuellem Stand sind die Verträge zwar jährlich kündbar, doch die bäuerlichen Grundeigentümer hätten stets auf eine Kündigung verzichtet, weiß der Lavanter Bürgermeister Oswald Kuenz. Bis 2050 ist alles abgesichert, doch nun möchte die Dolomitengolf GmbH als Betreiberin eine Verlängerung bis zum Jahr 2070. Laut Bürgermeister Kuenz überlegt die Hamacher-Gruppe den Bau eines zusätzlichen Hotels, wobei aber noch nichts Konkretes vorliegt. Dafür könnte eine langfristige Absicherung bis 2070 besonders wichtig sein.

„Wir wollen uns als Standortgemeinde eine gewissen Mitsprache am Golfplatz erhalten", sagt Oswald Kuenz 
(Bürgermeister Lavant).
© Oblasser

Von längerfristiger Planung spricht auch Hermann Unterdünhofen, Vertreter der Dolomitengolf Osttirol GmbH. Einen konkreten Anlass für die Verlängerung gebe es aber nicht. „Das Ganze dient der Absicherung und der Vorausschau“, sagt Unterdünhofen. „Wir wollen längerfristig planen können und wir wollen, dass dann alles im grünen Bereich ist.“

Ein zweiter Punkt im Zusammenhang mit dem Golfplatz wurde ebenfalls im Lavanter Gemeinderat besprochen, allerdings noch nicht entschieden. Die Dolomitengolf GmbH als Betreiberin des Golfplatzes soll mit der „Hamacher Hotel- und Beteiligungs GmbH“ verschmolzen werden. Hamacher ist – wie erwähnt – jener Hotelier, der die Häuser am Golfplatz betreibt. Schon jetzt verfügt Hamachers Gesellschaft über mehr als 99 Prozent der Dolomitengolf GmbH. Die Reste von 0,22 Prozent bzw. 0,36 Prozent gehören dem Golfclub bzw. der Gemeinde Lavant.

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Als in Osttirol 1994 die Planungen für den Lavanter Golfplatz begonnen haben, waren die Verhältnisse noch anders. Gemeinde und Golfclub besaßen höhere prozentuelle Anteile an der Dolomitengolf GmbH. Doch die laufenden Investitionen in die Hotellerie von Seiten der Hamacher-Gruppe haben die Anteile des deutschen Investors stetig zunehmen lassen, entsprechend kleiner wurden die Prozentsätze, die dem Golfclub und der Gemeinde Lavant gehören.

Und so sagt auch Hermann Unterdünhofen: „Die geplante Verschmelzung ist nur eine Vereinfachung. Die Dolomitengolf GmbH war die äußere Hülle für die Anfangszeit, doch mittlerweile ist sie obsolet und besteht nur noch auf dem Papier.“ Organisatorisch würde sich am Golfplatz auch nichts ändern.

Der Lavanter Bürgermeister ist trotz des minimalen Anteils seiner Gemeinde an der Dolomitengolf GmbH etwas skeptisch. „Wir wollen uns als Standortgemeinde eine gewisse Mitsprache erhalten“, sagt Oswald Kuenz. Auf welche Weise das erfolgen soll, ist noch nicht geklärt. Eventuell könnte die Gemeinde Lavant selbst bei der Hamacher Hotel- und Beteiligungs GmbH einsteigen, so die Überlegung. Die bisherigen Verpflichtungen des Betreibers müssten jedenfalls aufrechtbleiben, verlangt der Bürgermeister im Namen seiner Gemeinde.

Abgesehen von diesen organisatorischen Themen im Hintergrund geht es am Lavanter Golfplatz lebhaft zu. „Wir haben rund 300 Gäste pro Tag am Platz“, freut sich Hermann Unterdünhofen. „Und die Hotels sind trotz Corona fast ausgebucht.“ Die Weitläufigkeit des Platzes mit seinen 130 Hektar sei ein großer Vorteil, sagt Unterdünhofen. So sei das Abstandhalten überhaupt kein Problem. Viele österreichische Golfer würden heuer nicht wie sonst ins Ausland fahren, um ihr Hobby auszuüben, sondern im Inland bleiben. „Das kommt uns in Lavant zugute“, erklärt der Vertreter der Dolomitengolf-Anlage.


Kommentieren


Schlagworte