Internationale Ausbildung in Kufstein geplant: Weiter Kritik an Privatschulen

Kufstein – Die Diskussionen rund um die Privatschulen in Kufstein gehen weiter. Bekanntlich soll es in Kufstein künftig eine internationale Ausbildung vom Kindergarten bis zur Matura geben. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung fand diese Idee nicht nur Jubel. Die fraktionsfreie Gemeinderätin Birgit Obermüller, Obfrau des Bildungsausschusses, und Viktoria Da Costa von den Grünen kritisierten die Pläne und bezeichneten sie als „Zwei-Klassen-Schulsystem“. Obermüller warnte zudem davor, dass „öffentliche Schulen geschwächt werden, „da die soziale Durchmischung in den restlichen Schulen nicht mehr gegeben ist“.

Jetzt reiht sich auch die nicht mehr im Gemeinderat vertretene FPÖ in den Chor der Kritiker ein. „Diese Internationalisierung geht völlig an der Lebensrealität eines überwiegenden Teils der Kufsteiner vorbei“, so Stadtparteiobmann Christofer Ranzmaier, der gerade diese Gruppe im Bildungsbereich vermehrt im Stich gelassen sieht. Hier werden einzig und allein Konzerninteressen mit öffentlichen Geldern gefördert, meint der Freiheitliche. „Anstatt dass endlich Maßnahmen ergriffen werden, um alle Kinder in ihren Talenten möglichst gut zu fördern und ihnen damit die Tür zu einer bestmöglichen Zukunft zu öffnen, kümmert sich die Politik in dieser Frage wieder einmal nur um Eliten, womit der junge Durchschnitts-Kufsteiner und seine Bildungskarriere tendenziell auf der Strecke bleiben“, kritisiert Ranzmaier in einer Presseaussendung.

BM Martin Krumschnabel verteidigte die Internationalisierungsideen. So seien Kindergarten- und englischsprachige Volksschule kostenlos und für jeden zugängig. Was die Unterstufe und Oberstufe für das Gymnasium an der International School Kufstein (ISK) anbelangt, werde sie zur Gänze in deren Räumen auf dem Fachhochschule-Campus abgewickelt. Was die Finanzierung betrifft, schieße das Land in den nächsten zehn Jahren eine Million Euro zu, die Stadt Kufstein zahle nichts. (wo)

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