Coole Finnen wollen mit Tiroler Falko Olympia-Hit landen

Eigentlich hatte der Tiroler Falko Krismayr (41) mit dem Trainer-Dasein abgeschlossen, nun hilft er für Olympia 2022 den Finnen auf die Sprünge.

Der Tiroler Coach Falko Krismayr (l.) und Skisprung-Legende Janne Ahonen wollen Finnlands Kombinierer zu alter Stärke heranführen – gestern ging’s zum Downhill in den Bikepark Mutters.
© Frau Hood Communication

Von Benjamin Kiechl

Mutters – Da soll noch jemand sagen, Finnen hätten keinen Sinn für Humor. „It’s terrible“ („Es ist schrecklich“), antwortete Skisprung-Superstar Janne Ahonen auf die Frage, wie die Zusammenarbeit mit dem Tiroler Falko Krismayr funktioniert. Der Vierschanzentournee-Rekordsieger (fünf Gesamtsiege), dem zeit seiner Karriere kein Lächeln über die Lippen kam, freut sich auf seine zweite Saison als Servicetechniker, denn „das Tüfteln am Material“ sei genau Seins.

Auch bei Falko Krismayr kribbelt’s im Bauch beim Gedanken an die Saison, die hoffentlich planmäßig Ende November mit einem Finnland-Heimspiel in Ruka starten kann. Das finnische Dunkelbau auf dem Trikot steht ihm ausgezeichnet. Mit Schildkappe und Sonnenbrille genoss der 41-jährige Telfer gestern mit dem Team einen Abenteuer-Tag im Bikepark Mutters. „Ich bin selber zwei Runden mitgefahren, ganz schön anstrengend“, erzählt Krismayr, der im Februar 2020 als Skisprung-Trainer bei Finnlands Kombinierern übernommen hat.

Eigentlich hatte der zweifache Papa (Sohn Moritz und Tochter Amelie) mit dem Trainer-Dasein abgeschlossen. Der Ex-Skispringer (bis 2000) betreute von 2009 bis nach der WM 2015 als Skisprung-Trainer erfolgreich die ÖSV-Kombinierer. Danach machte er sich als Life-Coach mit Nahrungsergänzungsmitteln selbstständig.

Nun also die Rückkehr zu den Nordischen. „Ich habe es mir lange überlegt“, erzählt Krismayr mit einem Lächeln, aber Cheftrainer Petter Kukkonen habe nicht lockergelassen. Zum Ende der letzten Saison stellten sich mit zwei Podestplätzen durch Ilkka Herola erste Erfolge ein. „Ich kenne Falko noch von seiner Zeit bei den Österreichern, er ist sehr akribisch und es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten“, sagt Cheftrainer Kukkonen, der die Sprungschwäche der Skandinavier endlich ausmerzen will. Die Ansprüche der Wintersport-Nation Finnland, die Größen wie Matti Nykänen (Skisprung) oder Samppa Lajunen (Kombination) hervorgebracht hat, sind hoch. „Unser Ziel ist, 2022 in Peking Gold zu gewinnen“, träumt Falko Krismayr vom Olympia-Hit.

Neben den routinierteren Athleten Ilkka Herola und Eero Hirvonnen setzt das Trainerteam auf eine junge, hungrige Truppe. Ein Nachwuchsathlet schoss am Montag beim Downhill-Biken etwas ungestüm über den Trail hinaus – außer einer Abschürfung am Hals verlief der Sturz im Wald zum Glück glimpflich. Bei einem dreiwöchigen Trainingsaufenthalt in Österreich wollen die coolen Finnen ihren Teamgeist stärken. Nach dem Auftakt in Villach stehen weiters noch ein Höhentrainingslager im Kühtai und ein Sprungkurs in Seefeld auf dem Plan.

Mit der Mentalität, so Krismayr, habe er übrigens keine Schwierigkeiten. „Finnen sind ähnlich direkt wie die Tiroler und wenn sie unter sich sind, erzählen sie auch gerne Witze.“ Anweisungen gibt er seinen Athleten freilich auf Englisch, denn „Finnisch sprechen ist wohl mindestens so schwierig, wie eine Goldmedaille zu holen.“


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