Bauern zogen nach Schafsrissen in See Reißleine: Tiere ins Tal getrieben

  • Artikel
  • Diskussion (1)
In See wurden am Sonntag tote Schafe gefunden. Die Bauern sind sich sicher, dass ein oder mehrere Wölfe zugeschlagen haben.
© Michael Pircher

See – „Ich glaube, dass es mehrere Wölfe waren“, betont Bernhard Pircher. Der Obmann der Agrargemeinschaft Versing Alpe in See hat derzeit keinen Zweifel daran, wer der Täter ist. Bei den Bauern der Paznauner Gemeinde gingen gestern die Emotionen hoch. Sechs tote Schafe und ein totes Jungrind haben sie inzwischen zu beklagen. Sonntagabend zog man auf der Versing Alpe die Reißleine und trieb die Tiere ins Tal, berichtet Pircher.

Die Bauern waren an diesem Tag stutzig geworden. „Zur Mittagszeit wurde ein Teil der Herde im Tal unweit des Dorfkerns entdeckt. Die Schafe waren komplett übermüdet, verschreckt und wiesen zum Teil Kratz- und Blutwunden auf“, so Pircher. Ein Tier musste noch gestern aufgrund seiner Verletzungen getötet werden. Bis zum Sonntagabend fand man fünf weitere tote Schafe im Almgebiet. Die Herde sei über 1400 Höhenmeter weit auseinandergetrieben worden. Auch die Jungrinder waren in Gruppen verstreut. „Wir gehen davon aus, dass auch hier die Herde in der Nacht auseinandergesprengt wurde und ein junger Ochse in steiles Gelände flüchtete und aus Panik in den Tod stürzte“, so Pircher. Zehn Schafe seien noch abgängig, fünf Ziegen sind inzwischen wieder aufgetaucht. Der Agrar­obmann fordert nun die „Entnahme der Problemwölfe“ und eine „wolfsfreie Zone“. Amtstierarzt Martin Eduard war gestern am Nachmittag noch im Gebiet unterwegs, um die toten Schafe zu begutachten. „Noch gibt es keine Ergebnisse“, betont er. Bei der Frage, ob es ein Wolf war, ist er noch vorsichtig. „Bei ein paar Schafen ist davon auszugehen, dass es Risse sind.“ (mr)


Kommentieren


Schlagworte