Klima- und Energie-Modellregion: Die Richtung stimmt im Stubaital

Das Stubaital ist beim Klimaschutz besonders gut unterwegs – und seit Kurzem eine Klima- und Energiemodell-Region. Der Weg zur Energie-Autonomie ist aber lang.

Für den Klimaschutz braucht es viele Köpfe: Energieberater Patrick Hörhager, Energie-Tirol-Chef Bruno Oberhuber (Energie Tirol), Talmanager Roland Zankl, Schönbergs Bürgermeister Hermann Steixner (hinten v. l.), Mieders’ Bürgermeister Daniel Stern, LHStv. Ingrid Felipe sowie LHStv. Josef Geisler (vorne v. l.).
© Daum

Von Denise Daum

Schönberg – Ein Lob nach dem anderen erntete das Stubaital gestern bei der Präsentation seiner Maßnahmen für den Klimaschutz. Nachdem sich die fünf Gemeinden vor zwei Jahren den Titel „erstes Klimabündnistal“ umhängen durften, ist das Stubaital nun auch eine von gerade einmal vier Tiroler „Klima- und Energie-Modellregionen“ (KEM).

„Die Kooperation im Stubaital ist wirklich einzigartig. Der Einsatz für den Klimaschutz zeichnet das Tal besonders aus“, eröffnete Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) den Lobesreigen. Eine „ganz tolle Entwicklung“, attestiert dem Stubaital auch Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP).

„Im Österreichschnitt steht das Stubaital ganz gut da“

Als KEM-Region (ein Programm des Klima- und Energiefonds) öffnen sich für das Stubaital nicht nur neue Fördertöpfe für regionale Klimaschutzprojekte. Die fünf Gemeinden Schönberg, Mieders, Telfes, Fulpmes und Neustift sollen auch Vorbild (Modell eben) für andere Regionen werden. Ingrid Felipe erklärt es so: „Die Politik muss es den Bürgern leichtmachen, klimaneutral bzw. klimafreundlich leben zu können. Und genau das passiert hier gerade.“

Ein wichtiger Teil der KEM-Programme sind so genannte „E-Modellregionsmanager“, die für die Projektumsetzung mit lokalen Partnern verantwortlich zeichnen. Im Stubaital übernimmt diese Funktion Patrick Hörhager, der zunächst einmal eine Bestandsaufnahme zum Gesamtenergieverbrauch und den CO2-Ausstoß machte. „Im Österreichschnitt steht das Stubaital ganz gut da“, betont Hörhager. Das liege unter anderem an der genutzten Wasserkraft sowie den vier bestehenden Heizkraftwerken.

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Die Zielsetzung bis 2030 ist nun, die fossile Energie um 25 Prozent zu senken, die Eigenproduktion beim Strom zu steigern, die Effizienz bei der Fernwärme zu erhöhen und die Mobilität zu opti­mieren. Hinter diesen Schlagworten stehen konkrete Maßnahmen und Projekte. Dazu zählen unter anderem die Sanierung und Optimierung von gemeindeeigenen Objekten und Anlagen (Beispiel Pflegeheim Vorderes Stubai), der Neubau eines Heizwerkes in Schönberg, die Verbesserung der Öffi-Verbindung zwischen dem Stubai und dem Wipptal oder der Ausbau des Radwegenetzes bis Innsbruck und dem Brenner.

„Ein großer Bereich in unserem Programm werden auch Bürgerbeteiligungsprojekte sein“

Talmanager Roland Zankl betont, dass man die Bevölkerung mit ins Boot holen möchte – zum einen über Beratungs- und Informationsangebote. Zum anderen aber auch bei konkreten Projekten, von denen Private profitieren. „Ein großer Bereich in unserem Programm werden auch Bürgerbeteiligungsprojekte sein“, sagt Zankl.

Der Kreis der KEM-Regionen ist in Tirol elitär, die Bundesförderungern werden aktuell nicht zur Gänze ausgeschöpft. Neben dem Stubaital sind der Bezirk Imst, die Gemeinde Trins sowie das Alpbachtal Teil des Programms (österreichweit sind es 95 Regionen). Die Energie Tirol übernimmt die Begleitung dieser Regionen und kontrolliert auch den Erfolg sowie die Umsetzung der Projekte. Das Wipptal möchte ebenfalls zur KEM-Region werden, der Planungsverband hat bereits beschlossen, eine Bewerbung abzugeben. Am Ende der langen Klimawende-Reise soll in Tirol bis 2050 bekanntlich die Energieautonomie stehen. In vielen Gemeinden stimmt die Richtung schon mal.


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